Der ehemalige Senator von Pennsylvania, Rick Santorum, hat die Vorwahlen im US-Staat Colorado gewonnen. Das gab die Republikanische Partei in der Nacht auf Mittwoch bekannt. Zuvor hatte der Außenseiter Santorum bereits die Abstimmungen in Missouri und Minnesota für sich entschieden. Bei allen drei Vorwahlen ist der Ausgang nicht bindend für die Verteilung der Delegiertenstimmen.
"Keine Konkurrenz zu Romney, sondern zu Obama"
Mit seinen Siegen hat Santorum Newt Gingrich den Rang als aussichtsreichster Romney-Rivale streitig gemacht. „Meine Damen und Herren, ich stehe hier nicht und beanspruche, die konservative Alternative zu Mitt Romney zu sein. Ich stehe hier, um die konservative Alternative zu Barack Obama zu sein“, sagte der Ex-Senator bei seiner Siegesrede in Saint Charles in Minnesota. Santorum hatte bereits den Vorwahl-Auftakt Anfang Januar in Iowa für sich entschieden.
In Minnesota lag Santorum nach Auszählung von rund 60 Prozent der Stimmbezirke mit 45 Prozent deutlich in Führung, wie der Nachrichtensender CNN berichtete. Auf dem zweiten Platz folgte der texanische Senator Ron Paul mit 27 Prozent, Romney erreichte mit 17 Prozent nur den dritten Platz. Für Gingrich votierten den Teilergebnissen zufolge lediglich elf Prozent.
Romney bei symbolischer Vorwahl auf Platz 2
In Missouri führte Santorum nach Auszählung fast aller Stimmen mit 55 Prozent, gefolgt von Romney mit 25 Prozent und Paul mit zwölf Prozent. Gingrich hatte den rein symbolischen Urnengang als „Schönheitswettbewerb“ abgetan und die Unterlagen für eine Teilnahme nicht eingereicht. Die eigentliche Vorwahl findet in dem Bundesstaat erst Mitte März statt.
In Colorado konnte Santorum nach ersten Hochrechnungen des TV-Senders CNN rund 42 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, Romney stand bei 30 Prozent. Keine Rolle spielten Gingrich mit 15 und Paul mit zwölf Prozent. Romney sagte bei seiner Rede in Denver, das Rennen in Colorado sei äußerst knapp. „Aber ich bin recht zuversichtlich, dass wir an erster oder zweiter Stelle einlaufen“, sagte er. Der Ex-Gouverneur von Massachusetts gratulierte Santorum für die „gute Nacht“.
Endgültige Entscheidung fällt auf dem Parteitag
In Minnesota und Colorado waren am Dienstagabend Bürger zu sogenannten Caucuses zusammengekommen, um über die Bewerber zu diskutieren und anschließend abzustimmen. Während die Vorwahlen in Minnesota für alle Wahlberechtigten offen waren, durften in Colorado nur registrierte Anhänger der Republikaner ihre Stimme abgeben. Minnesota hat 40, Colorado 36 Delegierte zu vergeben. Die endgültige Verteilung wird in beiden Staaten auf Parteitagen beschlossen, die Ergebnisse vom Dienstag sind lediglich ein Richtwert.
Ein reiner Stimmungstest war der Urnengang in Missouri, wo die Bürger den ganzen Tag lang in Wahllokalen über die Bewerber der Republikaner abstimmen konnten. Die Entscheidung über die 52 Delegierten des Bundesstaates fällt am 17. März, wenn sich die Republikaner zu Caucuses zusammenfinden.
Um beim Nominierungsparteitag Ende August zum Herausforderer von Präsident Obama gekürt zu werden, muss ein Bewerber in den Vorwahlen mindestens 1144 Delegiertenstimmen einsammeln. Als aussichtsreichster Anwärter gilt trotz seines Abschneidens am Dienstag weiter Mitt Romney, der Ende Januar den bevölkerungsreichen Bundesstaat Florida gewonnen hatte. Außerdem siegte der vom Parteiestablishment bevorzugte Multimillionär in New Hampshire und Nevada. (afp)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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