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US-Wahl
Berichte, Analysen, Kommentare zur US-Präsidentschaftswahl 2016

02. März 2016

US-Wahlen: Die Republikaner im Schockzustand

 Von 
Trump gewinnt eine Vorwahl nach der anderen und treibt damit die eigene Partei in die Spaltung.  Foto: rtr

Der Milliardär Donald Trump gewinnt auch am Super Tuesday - allen Wahlempfehlungen der Republikaner zum Trotz. Dass Hillary Clinton genauso erfolgreich ist, geht beinahe unter.

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Der Trump-Tsunami überrollt die US-Republikaner: Der Immobilienmilliardär feiert beim Super Tuesday einen triumphalen Sieg. Weil auch Ex-Außenministerin Hillary Clinton auf Seite der Demokraten mehrere US-Bundesstaaten gewinnt, steht so gut wie fest: Wenn es so weitergeht, dann werden bei der Wahl im November aller Voraussicht nach Clinton und Trump um die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama kämpfen.

Das republikanische Partei-Establishment war im Schockzustand. Alle Appelle an die Wählerinnen und Wähler, nicht für Trump zu stimmen, waren vergebens. Der Geschäftsmann aus New York gewann am Dienstagabend einen Bundesstaat nach dem anderen. Lediglich in Texas und Oklahoma musste sich Trump dem erzkonservativen Senator Ted Cruz geschlagen geben. Der Liebling des Partei-Establishments, Marco Rubio, lag einzig im Bundesstaat Minnesota vorne. Dennoch muss der Senator aus Florida jetzt unbedingt am 15. März die Vorwahl in seinem Heimatstaat gewinnen, um noch im Rennen bleiben zu können.

Die vorläufigen Ergebnisse der wichtigen Vorwahlserie scheinen einen Trend zu bestätigen. In diesem Präsidentschaftswahlkampf setzen die Anhänger der Republikaner offenbar voll auf den Außenseiter Trump, der mit großen, aber bislang inhaltsleeren Versprechungen durch das Land zieht. Bemerkenswert ist, dass Trump sowohl die Stimmen gemäßigter Konservativer gewinnt, die in den Neuengland-Staaten New Hampshire und Massachusetts stark vertreten sind, als auch die Stimmen von Erzkonservativen, die in den Südstaaten Georgia und Alabama  leben.

Für Kandidaten wie Rubio, der in den Tagen einen aggressiven Anti-Trump-Wahlkampf betrieb und sich als eine etwas gemäßigtere Alternative zu dem Polterer Trump anbot, haben die Wählerinnen und Wähler wenig übrig. Und selbst ein erzkonservativer Bewerber wie Ted Cruz, der im Normalfall wenigstens die religiöse Rechte auf seine Seite gebracht hätte, bleibt relativ erfolglos.

Donald Trump, der Versöhner

Für seine Siegesrede lud Trump, der sich inzwischen von seinen Getreuen als der Anführer einer Bewegung feiern lässt, am Abend sogar Journalisten in seinen elitären Klub Mar-a-Lago nach Palm Beach in Florida ein. Der 69-Jährige, den die liberale „New York Times“ einen dubiosen, bombastischen Lügner“ nennt, gab sich dabei zunächst erstaunlich leise. „Ich bin ein Versöhner, und ich sage die Wahrheit“, erklärte Trump. Er habe die republikanische Partei nicht gespalten, sondern deren Wählerschaft erweitert.

Hilary Clinton von den Demokraten kann sich gegen Bernie Sanders durchsetzen.  Foto: REUTERS

Zahlreiche Parteigranden hatten ihm in den vergangenen Tagen vorgeworfen, der Partei zu schaden. Einflussreiche Denker wie der neokonservative Robert Kagan erklärten bereits, sie müssten im November für Hillary Clinton stimmen, sollte Trump der offizielle Kandidat der Republikaner werden. Kagan gab der Parteiführung der Republikaner die Schuld am Aufstieg Trumps. Sie habe ein Frankenstein-Monster geschaffen, dass jetzt außer Kontrolle geraten sei.


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Zunächst noch konziliant, kam Trump aufgrund einiger Journalistenfragen am Abend doch wieder auf gewohnte Betriebstemperatur. Er wiederholte seine Ankündigung, an der Grenze zu Mexiko bauen zu wollen und den Nachbarstaat zahlen zu lassen. Er versprach, dass er als Präsident den Computer-Giganten Apple dazu bringen werde, Rechner und Handys künftig nicht mehr in China, sondern in den USA bauen zu lassen. Er beschrieb die USA als ein Drittwelt-Land, das nur er zurück auf den Erfolgspfad bringen könne.

Auf demokratischer Seite konnte Ex-Außenministerin Hillary Clinton durch Siege in wichtigen Südstaaten ihren Vorsprung vor Bernie Sanders deutlich ausbauen. Der Senator, der sich einen sozialistischen Demokraten nennt, gewann jedoch überraschend neben seinem Heimatstaat Vermont auch die Abstimmung in Oklahoma, Colorado und Minnesota. Dort sind allerdings weniger Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Sommer in Philadelphia zu vergeben als in den Regionen, die von Clinton dominiert werden. Auch wenn seine Chancen, als Präsidentschaftskandidat nominiert zu werden, inzwischen nicht mehr groß sind, will der 74-Jährige weiter im Rennen bleiben.

Mehr dazu

Das Geld dazu hat Sanders offenbar. Nach seinem knappen Platz in Iowa und seinem Sieg bei der Vorwahl in New Hampshire sammelte er mehr als 40 Millionen Dollar ein.

Vor Anhängern in Miami gratulierte die Ex-Außenministerin zwar Sanders für seine „starke Vorstellung“, hielt sich aber dann nicht mehr lange mit dem innerparteilichen Konkurrenten auf, sondern attackierte den Republikaner Trump. „Dieses Land gehört allen, nicht den Eindimensionalen“, sagte Clinton. Wer wie Trump eine Mauer bauen wolle, spalte das Land. Amerika müsse stattdessen Barrieren abbauen, um seinen Bürgern den sozialen Aufstieg zu ermöglichen.

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