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US-Wahl
Berichte, Analysen, Kommentare zur US-Präsidentschaftswahl 2016

02. März 2016

US-Wahlen: Wie Clinton sich auf Trump vorbereitet

 Von 
Unterstützer von Hilary Clinton bereiten sich auf einen Wahlkampf zwischen ihr und Donald Trump vor.  Foto: REUTERS

Zwischen der Ex-Außenministerin und dem Chefsessel im Weißen Haus steht wohl nur Donald Trump. Clinton stellt sich seit geraumer Zeit auf den Zweikampf mit dem republikanischen Pöbler ein. Umfragen zufolge dürfte sie triumphieren - doch bis zur Wahl ist es noch lange hin.

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In Colorado und Minnesota wird noch ausgezählt, in Alaska sind die Wahllokale noch nicht einmal geschlossen. Doch Hillary Clinton weiß schon am frühen Abend, dass sie so gut wie durch ist. Die Ex-Außenministerin holt beim Super Tuesday sieben wichtige US-Bundesstaaten, ihr Konkurrent Bernie Sanders dagegen nur vier vergleichsweise unwichtige Staaten. So wächst und wächst die Zahl der Delegierten, die auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten für Clinton als Präsidentschaftskandidatin stimmen werden. Wenn es so weitergeht, dann steht zwischen der 68 Jahre alten Politikerin und dem Chefsessel im Weißen Haus nur ein 69 Jahre alter Mann mit Namen Donald Trump. Der schafft bei der Serie von Vorwahlen am Dienstag einen Durchmarsch, der seine republikanischen Mitbewerber schwindlig macht.

Man könnte sagen, dass an diesem Abend in den USA der Zweikampf um die Nachfolge von Präsident Barack Obama beginnt. Hillary Clinton stellt sich in Miami vor ihre Anhänger und beginnt nach einer kleinen Respektsbekundung für Sanders sofort mit der Attacke auf Trump. Sie nennt den Immobilienmilliardär aus New York zwar nicht beim Namen. Doch es weiß ohnehin jeder, wen Clinton meint. „Dieses Land gehört allen, nicht nur jenen an der Spitze und nicht nur jenen, die nur in eine Richtung schauen und denken.“

Statt Mauern zu bauen, wie es Trump an der Grenze zu Mexiko machen will, müssten Barrieren niedergerissen werden, um allen Amerikanern den sozialen Aufstieg zu ermöglichen. Amerika brauche keine Spalter, sondern mehr Liebe und Liebenswürdigkeit, sagt Clinton: „Auch wenn das für eine Präsidentschaftskandidatin ungewöhnlich klingen mag – ich werde das immer wieder sagen.“

Hillary Clinton sagt Donald Trump offiziell den Kampf an. In Wirklichkeit bereiten sich die Ehefrau des Ex-Präsidenten Bill Clinton und ihre Berater schon seit geraumer Zeit auf den Zweikampf mit dem Immobilienmilliardär aus New York vor. Geht es nach aktuellen Umfragen, dann dürfte Clinton bei der Präsidentschaftswahl im November den Mann mit dem großen Mundwerk besiegen. Vor allem unter Frauen und Afro-Amerikanern, ohne deren Stimmen in den USA niemand Präsident werden kann, führt sie zum Teil deutlich vor Trump. Aber Umfragen sind Momentaufnahmen, und bis zur Wahl sind es noch mehr als acht Monate.

So hat sich Ex-Präsident Bill Clinton in die Duellvorbereitung eingeschaltet und nach einem Bericht der „New York Times“ zusammen mit anderen hochrangigen Demokraten eindringlich davor gewarnt, Trump zu unterschätzen. Es werde nicht ausreichen, darauf zu vertrauen, dass die Wählerinnen und Wähler sich gleichsam von selbst von Trump abwenden, weil sie von dessen Sprüchen über Immigranten und Muslime angewidert sind. Der Mann habe ein Gespür für die Stimmungen in der Wählerschaft. Ihm sei nur beizukommen, wenn man ihn in einem abgestimmten Wahlkampf als gefährlich und bigott brandmarke. Selbst dann werde es bei der Wahl im November aber immer noch eng.

Wie das liberale Blatt aus New York, das vor wenigen Wochen offiziell zur Wahl von Hillary Clinton aufgerufen hat, weiter schreibt, werden inzwischen Anzeigenkampagnen vorbereitet. Sie sollen Donald Trump als Frauenfeind porträtieren und als Feind der Mittelschicht, der alleine wegen seiner aufbrausenden Art eine große Gefahr für Amerika und den Rest der Welt sei.

Diese Botschaft will demnach neben Ex-Präsident Clinton auch der amtierende Präsident Barack Obama in den kommenden Monaten unter die Leute bringen. Clinton soll erklärt haben, er werde alles tun, um Trumps Versuche zu vereiteln, immer wieder mit barschen Einlassungen die Berichterstattung in den heimischen Medien zu dominieren.


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Es zeichnet sich schon ab, dass es ein Wahlkampf wird, in dem mit viel Schmutz geworfen werden dürfte. Trump beginnt damit schon am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz in seinem mondänen Klub Mar-a-Lago in Palm Beach in Florida. Unter Anspielung auf die E-Mail-Affäre der Ex-Außenministerin sagt er: „Was sie getan hat, war kriminell. Ehrlich gesagt, wenn sie (als Kandidatin) antreten darf, dann wäre das ein trauriger Tag für dieses Land.“ Clinton hat eingeräumt, dass sie in ihrer Amtszeit als Außenministerin dienstliche E-Mails über einen privaten Server laufen ließ. Das FBI untersucht den Vorfall. Sollte es zu einer Anklage kommen, wäre das eine Steilvorlage für Trump.

Der Immobilienmilliardär wird auch nichts unversucht lassen, um bei den Wählern den Eindruck festzusetzen, dass Hillary Clinton sozusagen der Prototyp einer Politikerin ist, die fest im Filz des Washingtoner Regierungs- und Parlamentsbetriebs steckt.

Clinton-Vertraute wie der demokratische Gouverneur von Connecticut trauen Trump alles zu. „Er ist gerissen, er kennt die Ängste der Wähler, und er wird gegenüber Hillary Clinton rücksichtlos sein.“ Gerissen und erfahren sind allerdings auch die Clintons. Der Wahlkampf wird schmutzig.

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