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Hessens Grüne: Smiley gegen Mogel-Lebensmittel

Die hessischen Grünen wollen gute Lebensmittelbetriebe positiv kennzeichnen und "Betrüger sofort ins Internet stellen". Von Michael Grabenströer

Bisher droht denjenigen, die Schinken-Imitat ohne korrekte Kennzeichnung verwendet haben, die Veröffentlichung im Internet.
Bisher droht denjenigen, die Schinken-Imitat ohne korrekte Kennzeichnung verwendet haben, die Veröffentlichung im Internet.
Foto: dpa

Mehr Transparenz für Verbraucher versprechen sich Hessens Grüne von einer positiven Kennzeichnung gut geführter Gaststätten, Bäckereien, Metzgereien und Supermärkten. Ein Smiley, dieses stilisierte runde, lächelnde Gesicht, soll, so lautet ein Vorschlag der grünen Landtagsabgeordneten Angela Dorn, zukünftig in Hessen die Betriebe, in denen besonders sauber gearbeitet und Ware korrekt gekennzeichnet wird, herausstellen.

"Das System der Positivkennzeichnung ist freiwillig", versichert Dorn, die sich bei ihrem Vorstoß auf ein Vorbild in Berlin-Pankow stützt. Dort erhalten im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung Betriebe, die mit gut oder sehr gut bewertet worden sind, eine amtliche Bescheinigung mit einem Smiley. Unternehmen, die wollen, können daran teilnehmen. Dazu unterzeichnen sie mit dem Bezirksamt des Berliner Stadtteils eine Vereinbarung.

Dorn sieht darin angesichts der jüngsten Debatte um Analogkäse, Mogelschinken und Schummeleis eine sehr gute Chance, die Sicherheit für Verbraucher zu erhöhen - und außerdem einen Anreiz für die Betriebe, ihre positiven Ergebnisse bei der Lebensmittelkontrolle herauszustellen.

Solch ein "Gütesiegel", das jederzeit wieder entzogen werden könne, hält die Abgeordnete für ein gutes Werbesignal auch für die Betriebe.

Unzufrieden ist die Abgeordnete mit der bisherigen Nicht-Veröffentlichung von Ergebnissen der Lebensmittelkontrollen in Hessen. Das hessische Versprechen, auffällige Betriebe im Internet zu veröffentlichen, wenn sie das zweite Mal aufgefallen sind, nennt Angela Dorn "zu zaghaft". Bislang sei unklar, wann und wieviele Betriebe überhaupt ein zweites Mal kontrolliert worden sind. 106 Schinkenproben seit 2006, von denen 70 Prozent zu beanstanden waren, deuteten auf zu seltene Proben und zu wenige Lebensmittelkontrolleure hin. Betrüger, die gegen die Vorschriften verstoßen, sollten sofort im Internet veröffentlicht werden.

Die CDU-Verbraucherschützerin Judith Lannert lobte dagegen die Kontrolldichte in Hessen, die "deutlich höher als in anderen Bundesländern" liege.

Autor:  Michael Grabenströer
Datum:  20 | 7 | 2009
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