kalaydo.de Anzeigen

Kommentar zur Lebensmittel-Ampel: Ein Sieg der Lobbyisten

Zum Leid der Verbraucher wird es keine Ampel für Lebensmittel in den EU-Mitgliedstaaten geben. Doch auch für die Industrie ist eingetreten, was sie um jeden Preis vermeiden wollte: unterschiedlichen Regeln im EU-Raum. Von Werner Balsen

Werner Balsen ist Korrespondent der FR in Brüssel.
Werner Balsen ist Korrespondent der FR in Brüssel.
Foto: FR

Es wird keine verpflichtende farbliche Lebensmittelkennzeichnung in allen Mitgliedstaaten der EU geben. Den von Lobbyisten seit zwei Jahren erbittert geführten Kampf hat der zuständige Ausschuss des Europäischen Parlaments gestern entschieden.

Zwar muss das gesamte Hohe Haus noch zustimmen ebenso wie die Regierungen, aber die leicht erkennbare Einteilung von Lebensmittel-Nährwerten in gut (grün), tolerabel (gelb) und besonders süß oder fetthaltig (rot) wird es nur in den Staaten geben, die sie auf freiwilliger Basis einführen.

Dabei präsentieren Konsumentenschützer Umfragen, denen zufolge Europas Kunden sich klar für die einfache Farbeinteilung aussprechen. Krankenkassen und Kinderärzte sind ebenso dafür.

Dennoch war gestern kein schlechter Tag für Europas Verbraucher. Zum einen werden die Regeln, auf die sich der Fachausschuss geeinigt hat, für mehr Durchblick am Regal und an der Theke sorgen - auch ohne "Ampel".

Die dreistesten Mogel-Lebensmittel

Bildergalerie ( 22 Bilder )

Gleicher Preis, weniger drin: neue Mogelpackungen

Bildergalerie ( 29 Bilder )

Den Herstellern von Lebensmitteln haben die Abgeordneten im Sinne der Kundschaft deutlich größere Informationspflichten auferlegt. Die Kundschaft kann sich kundig machen, woher die Ware kommt, welchen Nährwert sie hat und ob sie gentechnisch verändert wurde.

Zum anderen gibt es sogar noch ein kleines Hintertürchen bei der "Ampel". Staaten, die ihr grünes Licht geben wollen, dürfen das. So erhalten nationale Verbraucherorganisationen noch eine Chance, ihre Regierung von der Farbkennzeichnung zu überzeugen.

Für die Industrie ist dagegen das eingetreten, was sie um jeden Preis vermeiden wollte. Sie muss mit unterschiedlichen Regeln im EU-Raum rechnen.

Autor:  Werner Balsen
Datum:  17 | 3 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Weblog

Ob mit Bahn oder Auto, Fahrrad oder zu Fuß - Pendler leiden jeden Morgen und Abend geduldig. Bisher. Nun reden sie. Im FR-Pendlerblog.

Spezial
Tag der Nachhaltigkeit - Für kurze Strecken mit dem Auto gibts ne 6. (Archivbild)

Wie grün ist die Stadt am Main und was muss sie tun, um noch grüner zu werden? Eine Nachhaltigkeitserie über Frankfurt - unterstützt von Siemens Deutschland.

Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?