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Kommentar: Zweischneidig

Der Vorschlag der EU-Kommission zu Gen-Saaten ist für Verbraucher eine gefährliche Sache. Die Ausbreitung gentechnisch veränderter Organismen ließe sich kaum stoppen. Von Stephan Börnecke

Schülerprotest gegen Genkartoffelbrei.
Schülerprotest gegen Genkartoffelbrei.
Foto: dpa

In den Konzernetagen von Monsanto, BASF oder Pioneer reibt man sich die Hände: Denn so gleichermaßen interessant für Kritiker wie Befürworter der Gentechnik der Vorschlag der EU-Kommission für einen neuen Umgang mit Anbau sowie Zulassung von Gen-Saaten auch klingen mag: Für die Konzerne brächte er den von ihnen ersehnten Durchbruch der Gentechnik auf dem Acker auch in Europa. Die Zeche zahlte der kritische Verbraucher: Denn die schleichende Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen ließe sich dann kaum noch stoppen.

Es gibt genug Länder in der EU, die im Falle einer erleichterten, vor allem aber beschleunigten Zulassung neuer Mais- oder Getreidesorten prompt zugreifen, und es ist mangels rechtlicher Grundlagen völlig unklar, wie diese Länder normal arbeitende Bauern schützen wollen. So sehr auch das Geschenk der Kommission an die vorsichtig eingestellten Länder, die Gentechnik mit Billigung Brüssels sogar komplett zu verbannen, bestechen mag: Neben der subversiven Ausbreitung der Gen-Pflanzen würde es die herkömmliche und ökologische Landwirtschaft stellenweise unmöglich machen.

Stephan Börnecke ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Stephan Börnecke ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: fr

Spanische Ökobauern, die Mais säen, kennen dieses Problem seit vielen Jahren. Denn die EU wird keine ausreichenden Basisvorschriften gegen ungewollte Kontamination von Nachbarfeldern vorgeben. Damit aber verstößt sie so ganz nebenbei auch noch gegen die sonst so hochgehaltenen Regeln des gemeinsamen Marktes.

Autor:  Stephan Börnecke
Datum:  22 | 6 | 2010
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