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Lebensmittel-Ampel: Foodwatch über Aigner empört

Die Idee ist so einfach wie einleuchtend: Ampelfarben zeigen, wie gesund ein Lebensmittel ist. Doch die EU verwirft die Idee - und Verbraucherministerin Aigner findet das gut. Foodwatch schäumt vor Wut.

Verpackungen von Lebensmitteln sind oft wenig aussagekräftig.
Verpackungen von Lebensmitteln sind oft wenig aussagekräftig.
Foto: Bilderberg

Osnabrück. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) wegen der Kennzeichnung für Lebensmittel "eine unerträgliche Desinformationskampagne" vorgeworfen.

Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Sprecher Martin Rücker, "man könnte das Agieren von Frau Aigner verstehen, wenn sie die oberste Industrielobbyistin wäre, aber nicht Verbraucherministerin."

Aigner hatte in einem Zeitungsinterview das Aus für die sogenannte Ampelkennzeichnung auf EU-Ebene verkündet. Die EU-Kommission stehe dem Modell kritisch gegenüber und werde es deshalb nicht vorschlagen. "Auch die meisten Verbraucher wissen, dass eine so pauschale Farbeinteilung nicht funktioniert", wurde die Ministerin weiter zitiert.

Diese Behauptung nannte der Foodwatch-Sprecher in der Zeitung "geradezu unverschämt dreist." Das Gegenteil sei der Fall: "Rund 70 Prozent wollen eine farbliche Kennzeichnung." In einer Umfrage aus dem Ministerium von Frau Aigner seien es sogar mehr als 80 Prozent gewesen.

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Auch sei entgegen der Behauptung der Bundesverbraucherministerin eine Entscheidung gegen die Ampel in Brüssel noch lange nicht gefallen, betonte Rücker. "Noch nicht einmal im Parlament, wo am Dienstag auf Ausschussebene und erst im Mai im Plenum abgestimmt wird". Auch Anträge für die Ampelkennzeichnung lägen auf dem Tisch.

Zustimmung zur Ampel komme aus den Reihen von Sozialdemokraten, Grünen, Linken und Liberalen im Europaparlament, führte der Foodwatch-Sprecher aus. (ddp)

Datum:  15 | 3 | 2010
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