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Verbraucher

11. Juli 2009

Mogel-Essen: Wie sich Verbraucher schützen können

Ist der echt? Ein Käseprüfer schaut kritisch aufs Produkt. Foto: Foto: dpa

Kunstkäse auf Pizzen oder im griechischen Salat: In Supermärkten, Imbiss-Buden und Gastronomie gibt's oft Lebensmittel aus billigen Ersatzstoffen. FR-online.de erklärt, wie sich Kunden schützen können.

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Wie erkenne ich Imitate im Supermarkt?

Auf Fertigpackungen steht der Regel eine Zutatenliste mit den wichtigsten Inhaltstoffen. Dieses "Kleingedruckte" muss der Verbraucher allerdings interpretieren. Heißt es etwa auf einer Verpackung "Lebensmittelzubereitung mit Käse", kann der Kunde davon ausgehen, dass das Produkt eine Mischung aus echtem und aus Kunstkäse enthält.

Solch eine Verschleierung gilt etwa auch für den "Mini Keks Bolde" von Biscuits Delacre mit der Aufschrift "Schoko": Die Füllung enthält statt Schokolade nur fettarmes Kakaopulver, das mit gehärtetem Pflanzenfett und Zucker vermischt ist.

Wie erkenne ich Imitate in der Kleingastronomie?

Viele Imitate kommen in Imbissbuden und der Kleingastronomie zum Einsatz. Geschmacklich sind sie nur schwer zu erkennen. Heißt es etwa an einem Bahnhofsimbiss nur "Pizza-Schnitte", kann sie Kunstkäse enthalten.

Im "griechischen Salat" ist dann unter Umständen auch kein echter Schafskäse, sondern so genannter Analogkäse, der aus billigem Pflanzenfett und magerer Kuhmilch statt Schafsmilch hergestellt wird. Fazit: In der Gastronomie kann der Konsument nur vertrauen, dass ihm kein Imitat untergejubelt wird.

Welche Imitat sind erlaubt?

Grundsätzlich ist alles erlaubt, was als Lebensmittel eingesetzt werden kann und den Hygienevorschriften genügt.

Sind Imitate schädlich?

Lebensmittelimitate gefährden nicht die Gesundheit. Sie schaden aber dem Vertrauen der Verbraucher, da ihnen minderwertige Inhaltsstoffe untergeschoben werden.

Haben Käseimitate für Verbraucher auch Vorteile?

Ja, für einige Verbraucher können sie durchaus Vorzüge haben: Menschen mit einer Laktoseintoleranz beispielsweise müssen eigentlich meist auf Kuhmilchprodukte verzichten. Mithilfe der Imitate können sie dennoch wieder den geliebten Käsegeschmack schmecken. Auch viele Veganer, die lieber auf alle tierischen Erzeugnisse verzichten, haben mit dem Kunstkäse weniger Gewissensbisse.

Wie müssen Käseimitate gekennzeichnet werden?

Lebensmittel mit Käseimitaten müssen für den Verbraucher klar erkennbar sein. So dürfen beispielsweise Brötchen mit Käseimitat nicht "Käsebrötchen" heißen, sondern müssen anders benannt werden. Bei Fertigprodukten sollte es eine Zutatenliste geben. Irreführungen der Verbraucher sind laut Bundesverbraucherschutzministerium zu vermeiden.

Warum heißt es Analog-Käse? Das erweckt doch den Anschein, dass es sich um Käse handelt.

Darüber wird noch diskutiert. Das Bundesverbraucherschutzministerium und andere Experten fordern, dass ein zutreffender Begriff gewählt wird, der nicht wie Analog-Käse das Wort Käse enthält. Stattdessen sei es besser, das Produkt so zu beschreiben, dass es nicht verwechselt werden könne, also zum Beispiel "Pizzabelag mit Pflanzenfett".

(Quellen: afp, dpa, Verbraucherzentrale Hamburg)

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