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13. März 2010
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Werner Z.

Tag für Tag zu Hause

Seine Wohnung verlässt Werner Z. nur, wenn er es muss, also ein Arztbesuch ansteht. Ansonsten verbringt der 75-Jährige seine Zeit zu Hause, "meist im Schlafanzug", wie er sagt. Warum sollte er sich umziehen? Vor allem: Für wen? Die einzigen Menschen, die ihn aufsuchen, ist das Ehepaar an der Nachbarwohnung.

Sie kümmern sich um Herrn W., kaufen für ihn ein, kümmern sich um die Wäsche und putzen. Die Nachbarin wäscht und rasiert ihn , auch bereitet sie ihm das Essen zu. Dass macht sie aber nicht allein aus Nächstenliebe, sondern auch weil sie für diese Arbeiten bezahlt wird.

Herr Z. war als Dachdecker selbstständig, musste aber 1993 Insolvenz anmelden und ging dann in Rente. Heute hat er nicht viel Geld, wenn er Miete, Strom, Telefon und Betreuungskosten abzieht, dann bleiben ihm rund 150 Euro.

Werner Z. "kann keine 100 Meter gehen"


Herr Z. klagt über Schmerzen in den Knien, sie sind so stark, dass er "keine 100 Meter gehen kann". Glücklicherweise habe er seine Rückenschmerzen in den Griff bekommen - dank der Medikamente, die ihm der Arzt verschreibt.

Mit dem Tod seiner Ehefrau sei sein Leben aus den Fugen geraten, berichtet der Rentner. Sie starb vor sechs Jahren - "an Krebs, innerhalb von vier Wochen war es vorbei". "Ich bin froh, dass ich kein Alkoholiker geworden bin", sagt Werner Z. Zwar trinke er mittags mal ein Gläschen Bier zum Essen, aber das Maß überschreite er glücklicherweise nicht.

Seine Frau fehlt ihm aus vielerlei Gründen. Sie sei nicht nur seine Frau gewesen, sondern habe sich wie eine Mutter um ihn und um den Haushalt gekümmert. "Ich wusste nicht einmal, wo meine Unterhosen sind", sagt der 76-Jährige. Als seine Frau noch lebte, war alles erträglich, hatte er Gesellschaft. Nun sei er ganz allein, denn inzwischen lebten auch seine Freunde - sie waren alle älter - nicht mehr. Keine Spaziergänge, keine geselligen Runden mit Freunden, Unterhaltung bietet dem Rentner nur das Fernsehen. Am liebsten schaut er Sportsendungen, für Fußball hat er einen Faible. "Ich war mal Schiedsrichter", sagt Werner Z. (top)



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