Vilbel
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in der Wetterau

15. Januar 2013

Degenfeld'sches Schloss Karben: Die Tücken des Besitzerwechsels

 Von 
Das Degenfeld’sche Schloss in Karben wechselt den Besitzer.  Foto: R.Oeser

Der neue Investor des Degenfeld'schen Schlosses in Groß-Karben wird noch in dieser Woche verkündet. Ehrenstadtrat Puchtinger kritisiert den Verkauf.

Drucken per Mail

Der Verkauf des Degenfeld’schen Schlosses in Groß-Karben ist laut Erstem Stadtrat Otmar Stein (CDU) perfekt. Voraussichtlich noch in dieser Woche werde verkündet, wer der Investor ist. Dessen Pläne würden sich an den Vorgaben des Dorferneuerungsbeirats für die künftige Nutzung des Schlosses orientieren, sagt Stein. Das bedeute, dass Museum und Standesamt im Schloss bleiben werden. Ehrenstadtrat Hans Puchtinger (SPD) möchte das Gebäude der Allgemeinheit erhalten.

Das denkmalgeschützte Schloss ließ Anna Maria von Hutten-Stolzenberg zu Steinbach 1728 errichten. 1886 wechselte es in den Besitz der Gemeinde. Puchtinger appelliert in einem offenen Brief, den Verkauf zu überdenken und nach Möglichkeiten zu suchen, das Gebäude der Allgemeinheit zu erhalten. Er sorgt sich vor allem um das Museum. „Durch jahrzehntelanges Sammeln – bereichert durch viele Spenden aus der Bevölkerung – ist diese einzigartige Sammlung entstanden. Viele Spender haben ihre Schätze der Stadt vermacht, um künftigen Generationen die gesellschaftliche Entwicklung und das Leben in früheren Jahren aufzuzeigen, damit dieses Wissen für künftige Generationen bewahrt werden kann“, so Puchtinger.

Im Schloss selbst sollen weiterhin 450 Quadratmeter Ausstellungsfläche für das Museum erhalten bleiben, sagt Stein. Dazu kämen 580 Quadratmeter in der Museumshalle. Dem Museum stünden also „nach wie vor“ gut 1000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Puchtinger fragt allerdings nach „den Exponaten auf dem Dachboden, im Nordflügel im Torhaus“. Das seien Lagerräume, die nicht offiziell zum Museum gehörten, sagt Stein. Das Museum könne nicht ständig erweitert werden. „Wir halten uns streng an die Kriterien des Dorferneuerungsbeirates“, so der Erste Stadtrat.

Puchtinger fragt auch nach den Räumen, die das Deutsche Rote Kreuz mit seinem Katastrophenzug nutzt. Das DRK hat im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus, das zum Schloss gehört, laut Puchtinger mehrere Fahrzeuge und Feldküchen stehen. Außerdem seien dort Feldbetten und Ausrüstungen für den Katastrophenfall untergebracht. Puchtinger: „Der Katastrophenzug ist keinesfalls für Karben und die Wetterau verzichtbar.“

Die Vorstände des Wetterauer und Karbener DRK seien informiert, dass das ehemalige Feuerwehrgerätehaus geräumt werden muss, sagt Stein. Er sei auf der Suche nach Ersatzräumen und werde dem DRK in Kürze Vorschläge unterbreiten.

Mit seinen Bedenken komme Puchtinger ohnehin viel zu spät, kritisiert der Erste Stadtrat. Alle Gremien hätten dem Verkauf bereits zugestimmt. So sieht es auch die Vorsitzende der Karbener Freien Wähler Rosemarie Plewe. Die städtischen Gremien, der Ortsbeirat und die Dorferneuerung Groß-Karben seien beim Verkauf einbezogen gewesen und es sei ein gutes Ergebnis erzielt worden, meint sie. „Sogar die Kommunalaufsicht unter dem Landrat Arnold (SPD) hat festgestellt, dass kein öffentliches Vermögen verschleudert wird“, sagt sie.

Zur Homepage

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Anzeigenmarkt
Twitter
Umfrage

Die FR möchte auch nach wissenschaftlichen Maßstäben das Gerechtigkeitsempfinden erforschen. Dabei setzen wir auf Sie, liebe Leserinnen und Leser - und Ihre Beteiligung an einer wissenschaftliche Studie der Universität Köln.

Top Stellenangebote
Online-Kataloge
Anzeige
Sonderheft

Die Siebziger sind die Frankfurter Jahre. Von hier aus strahlt in die Republik, was das Jahrzehnt bestimmt: das Aufbegehren der Jugend, der Häuserkampf in und ums Westend, die terroristische Bedrohung der RAF - und die Flügelzange der Eintracht mit Grabowski und Hölzenbein.

FR-Geschichte: 70er Jahre in Frankfurt

Unser Sonderheft blickt zurück, dokumentiert Originaltexte und zeigt das Jahrzehnt in Bildern.

ANZEIGE
- Partner