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17. Januar 2013

Bad Nauheim: Autofahrer zahlen mehr

 Von Petra Zeichner
Teure Pflicht in Bad Nauheim.  Foto: Monika Müller

Die klamme Kommune Bad Nauheim erhöht die Parkgebühren im Stadtgebiet drastisch. Das betrifft vor allem die, die sich dort bislang Dauerparkplätze leisten konnten. Vor allem Klinik-Beschäftigte sind empört über die neuen Gebühren.

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Um ihre klamme Stadtkasse aufzufüllen, hat die Stadt Bad Nauheim jetzt die Autofahrer ins Visier genommen. Seit Anfang des Jahres müssen die tiefer in die Tasche greifen, wenn sie in der Kurstadt parken wollen. Zum Teil wurden die Parkgebühren um 100 Prozent und mehr erhöht. Kostete es entlang der Frankfurter Straße, die Hauptroute durch die Stadt, vorher 25 Cent pro halbe Stunde, so sind es jetzt 50 Cent.

Pech haben vor allem diejenigen, die beruflich auf einen Dauerparkplatz angewiesen sind, wie die Mitarbeiter der Kerckhoff-Klinik. Kostete die Tageskarte auf dem Parkplatz an der Frankfurter Straße, den viele der rund 1000 Klinikangestellten nutzen, im vergangenen Jahr noch 1,50 Euro, liegt die Gebühr nun bei vier Euro. Wer fünf Tage die Woche arbeitet und sein Auto an jedem Arbeitstag dort abstellt, zahlt dafür rund 80 Euro im Monat. „Es ist eine unverschämte, saftige Erhöhung, das kann man so nicht stehen lassen“, schimpft der Kerckhoff-Betriebsratsvorsitzende Hans-Peter Michel. Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen.

Parkhaus weiter im Gespräch

Eine Alternative könnte ein Parkhaus mit mehreren Ebenen sein, das genau an der Stelle des Parkplatzes an der Frankfurter Straße errichtet würde. Schon seit über einem Jahr denkt die Stadt darüber nach. „Das Parkhaus ist noch immer im Gespräch und die Kerckhoff-Klinik sehe ich mit im Boot“, sagt Verkehrsdezernentin Brigitta Nell-Düvel (Grüne).

Unterstützung bekommt die Stadt vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). „Ich sehe erst mal die Kerckhoff-Klinik in der Verantwortung, Parkplätze für ihre Mitarbeiter zu errichten“, sagt Christoph Winterberg, Vorsitzender des VCD-Kreisverbands Wetterau-Vogelsberg. „Die Kommunen haben andere Aufgaben.“

Noch ist offen, wie die Kooperation zwischen Stadt und Klinik bezüglich eines neuen Parkhauses aussehen wird. Soll vielleicht eine städtische Gesellschaft das Parkhaus bauen und die Klinik eine jährliche Pacht zahlen? Dann könnten die Mitarbeiter gebührenfrei parken. Im Moment müssen sie die Parkgebühren alleine zahlen. „Der Arbeitgeber gibt in keiner Form etwas dazu“, so Betriebsrat Michel. Klinik-Geschäftsführer Ulrich Jung will diesbezüglich nichts versprechen, signalisiert aber Unterstützung. „Wir werden uns etwas einfallen lassen“, sagt er.

Gebühren im "Mittelwert"

Er verhandele derzeit mit Bürgermeister Armin Häuser (CDU), wie es weitergehen solle. „Wir sind auf eine Lösung ausgerichtet, die ein Parkhaus nicht ausschließt, egal wo es stehen wird.“ Laut Jung soll in den kommenden Wochen entschieden werden, wie es mit den Parkplätzen um die Klinik herum weitergeht.

Doch nicht nur die Kerckhoff-Mitarbeiter sind von den gestiegenen Parkgebühren betroffen. Der Platz an der Frankfurter Straße liegt am Kurpark gegenüber dem Eisstadion. Die Besucher von Eishockeyspielen oder Schlittschuhläufer müssen nun ebenfalls mehr fürs Autoabstellen zahlen.

Hat die Kurstadt keine Bedenken, dass deshalb Gäste ausbleiben? Verkehrsdezernentin Nell-Düvel betont: „Unsere Parkgebühren liegen im Mittelwert“. Wie viel Euro mehr durch das verteuerte Parken in die Stadtkasse fließen, ist Nell-Düvel zufolge noch unbekannt.

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