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Vilbel
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in der Wetterau

04. Dezember 2012

Jubiläum: "Eine tolle Zeit"

 Von Detlef Sundermann
Klaus Berger und Brigitte Fischer in der Abfüllung.  Foto: ROLF OESER

Brigitte Fischer und Klaus Berger verbrachten zwei Drittel ihres Lebens beim Brunnenunternehmen Hassia.

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Bad Vilbel –  

Von der Ausbildung bis zum Eintritt in den Ruhestand in einem Betrieb und in ein und der selben Tätigkeit? Für viele Menschen ist heute fast unvorstellbar. Nicht so für Brigitte Fischer und Klaus Berger. Die 61-Jährige feierte vor wenigen Tagen ihr 45. Betriebsjahr. Ihr ein Jahr älterer Kollege Berger hält dem Unternehmen seit 40 Jahren die berufliche Treue. Früher war nicht alles besser, aber die Möglichkeiten offenbar größer, stellen die beiden rückblickend fest.

Abteilungsbesuch vom Chef

Wer lange arbeiten will, was Politiker aktuell ob der Rentendiskussion besonders fordern, muss früh anfangen. Im Fall von Brigitte Fischer war der Berufsstart sogar ziemlich zeitig. „Nach der Hauptschule ging ich mit 14 Jahren zu Hassia in die Ausbildung zur Industriekauffrau“, erzählt die Rendelerin. Ihr Steno- und Schreibmaschinenlehrer hatte ihr den Tipp gegeben, sich bei dem Sprudelabfüller zu bewerben. Ob ihrer jungen Jahre genoss sie im ersten Lehrjahr sogar das Privileg, eine Stunde nach Hause gehen zu können.

„Nach der Lehre bin ich irgendwie in die Debitorenbuchhaltung hineingeschlittert“, bemerkt sie. Herausgekommen ist sie bis heute nicht aus der Abteilung, in der es um Kunden und Rechnungen geht. Als Grund nennt Fischer die Tätigkeit und die Kollegen. Jeder kannte jeden und die Chefs Wilhelm sowie Otto Hinkel, beide längst verstorben, schauten oft vormittags in der Buchhaltung vorbei, „um Hallo zu sagen“. Gefragt nach deren Charakter sagt Fischer mit einem Strahlen im Gesicht: „Das waren lieben Menschen.“ Etwas mehr als 90 Leute arbeiteten damals bei Hassia. Heute sei der Betrieb mit 500 Beschäftigten einfach zu groß für derartige familiäre Gesten – einfach mal bei den Angestellten vorbei zuschauen, stellt sie fest.

Zu groß und zu spezialisiert sind inzwischen auch die Betriebsabläufe. Mal einspringen, wenn in die Hochsaison Not an Mann ist, geht nicht mehr, erklärt Klaus Berger. Bei Pepsi-Cola in Frankfurt ging er die Lehre, um Industriekaufmann zu werden. Nach der Ausbildung war er die Pendelei leid. „Ich habe in Gronau gewohnt und suchte einen Arbeitsplatz im Umkreis von zwei Kilometern“, erzählt er.

Der Job fand sich zunächst in der Lohnbuchhaltung der Luisen-Quellen. Als Hassia das Unternehmen schluckte, wechselte er 1982 in die Kostenrechnung und in den Einkauf. Er nutzte die offene Unternehmensstruktur, um verschiedene Abteilungen kennenzulernen. Nur in die Produktion, die ohrenbetäubend scheppernde Abfüllung, zog es ihn nicht.

Nur sechs Wochen Babypause

Allerdings war er sich als Weißer-Kragen-Beschäftigter nicht zu schade, sich zur Hoch-Zeit auf den Beifahrersitz der Getränkelaster zu schwingen, damit die Ware zügig beim Kunden steht. „Nach den Touren saß ich wieder für ein paar Stunden im Büro“, spricht Berger von der damaligen Selbstverständlichkeit.

Erwartet wurde auch, dass Brigitte Fischer sechs Wochen nach der Geburt ihres Sohns wieder im Büro saß. „So war das eben in den 70er Jahren.“ Für Fischer und Bergen steht jedoch fest: „Es war schon eine tolle Zeit.“

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