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18. Januar 2013

Jugenhaus: Viele offene Fragen

 Von Nina Nickoll
Hier soll es mal hin, das umstrittene Jugendhaus. Foto: Rolf Oeser

Opposition sieht noch kein Konzept für Jugendhaus Heilsberg

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Auf die Frage, die ihr besonders unter den Nägeln brannte, bekam Isil Yönter keine Antwort. „Wer macht was, wozu, wie viel und wann?“, wollte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende wissen. Sie und andere Oppositionsmitglieder waren unzufrieden mit dem, was Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn (FDP) und Sozialpädagoge Frank Mees als Konzept für ein Heilsberger Jugendhaus am Standort Christeneck im Sozialausschuss vorstellten.

Die Hauptkritik von SPD und Grünen: Das vorgestellte „Konzept“ sei nicht viel weiter als das, was schon vorgestellt wurde; Zwecke und Ziele eines Jugendhauses blieben ungeklärt. Man sei davon ausgegangen, sagte Yönter, dass ein inhaltliches Konzept vorgelegt werde, in dem die Zielgruppe eines Jugendhauses auf dem Heilsberg klar definiert sei. „Was total fehlt, ist, inwieweit es dort eine Beratung, ein pädagogisches Konzept für Konfliktfälle gibt und inwieweit das Thema Drogen eine Rolle spielt“, kritisierte auch Kathrin Anders, Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Das, was Mees am Mittwochabend im Efzet-Forum in Dortelweil vorstellte, trug den Titel „Raumprogramm Jugendhaus Christeneck“: Herzstück soll ein offenes Café mit Theke, Billardtisch, Kicker und Internet-Terminals werden, so Mees, federführender Planer des inhaltlichen Konzepts. Es soll auf 80 Quadratmetern entstehen, 40 weitere sollen für einen Mehrzweckraum mit speziellen Angeboten für Mädchen reserviert werden. Beides sei von Öffentlichkeit und Jugendlichen gefordert worden.

Angeboten werden könnten im Mehrzweckraum Yoga, Jonglage, Acrylmalerei oder Tanzprojekte. Jungs würden vorrangig die Freiluft-Angebote wie die Dirt-Bike-Bahn (Fahrrad-Parcours) nutzen, sagte Mees. Außerdem solle es eine Küche, einen Abstellraum, ein Planungsbüro, eine Fahrradwerkstatt, Toiletten und einen gepflasterten Hof geben, wo im Sommer gegrillt werden könne, so Mees. „Das Mittagsangebot richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren, das Abendangebot an junge Heranwachsende ab 16.“ Dieses Konzept sei so ans Bauamt weitergeleitet worden, das als nächstes Pläne entwerfe. Erst dann könne man überlegen, ob das Ganze Sinn ergebe, sagte Freund-Hahn. Dass das Raumprogramm konkrete Angaben zur Größe von Küche, Café und den anderen Räumlichkeiten enthielt, irritierte die Opposition ebenfalls. Eine 10 Quadratmeter große Küche sei zu klein. „Raumfragen sind immer daran gekoppelt, was dort inhaltlich gemacht werden soll“, sagte Yönter.

Tobias Utter, CDU-Parteivorsitzender, konnte mit der Kritik am fehlenden Konzept nichts anfangen: „Wir haben in Bad Vilbel lange Erfahrung mit Jugendarbeit“. Es gebe mit Teestube und Freiluft-Angeboten bereits Jugendarbeit auf dem Heilsberg. Jetzt gehe es darum bestehende Angebote zu verstärken, sagte Utter.

Während der hitzigen Diskussion musste Sozialausschussvorsitzender Herbert Anders (CDU) die Beteiligten immer wieder zur Ruhe bringen, indem er das Wasserglas mit seinem Kugelschreiber zum klingen brachte.

„Sie sollten nicht alles schön reden, vieles, was sie in Vilbel anbieten, wird von Jugendlichen nicht angenommen“, entgegnete Yönter auf Utters Einwurf. Sie kritisierte auch, dass nicht nur „Sport und Fun“ angeboten, sondern das Jugendhaus auch Anlaufstelle bei Problemen werden sollte. Wolf sprang Yönter bei: „Sie sagen: ‚Wir bauen erstmal was und gucken dann, was rein kommt.‘ Wir wollen aber keine Copy-and-Paste-Geschichte.“

Thomas Kahler, Leiter des Freizeitzentrums in der Saalburgstraße, verteidigte das Raumprogramm: „Wir haben ein Gesamtkonzept, können uns aber nicht erlauben, dass zwischen einzelnen Einrichtungen Konkurrenz entsteht.“ Den Vorwurf, dass sich das Angebot zu sehr auf Sport konzentriere, wies er zurück: Über die Dirt-Bike-Bahn in Dortelweil hätte man erst wieder engeren Kontakt zu Jugendlichen aufbauen können. Man wolle auch keine Konkurrenz, sondern ein Jugendhaus, das andere Angebote als bestehende Einrichtungen mache, entgegnete Anders: „Deshalb brauchen wir auch ein Konzept“.

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