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18. Januar 2013

Karben: „Lebensader der Stadt“

 Von Detlef Sundermann
Die Nidda soll für die Bürger als Erholungsort attraktiver werden.Foto: ROLF OESER

Pläne für die Nidda-Renaturierung bald beim RP/Gutachten zum Grundwasser

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Der Planungs- und Abstimmungsprozess zur Nidda-Renaturierung neigt sich dem Ende zu. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) teilt mit, dass Anfang Februar beim Regierungspräsidium Darmstadt das Genehmigungsverfahren beantragt werden soll. Ob das Konzept zur Gewässersanierung 1:1 verwirklicht werden kann, hängt aber auch von einem jetzt in Auftrag gegebenen Gutachten zur Grundwassersituation am Hessenring ab.

Auf 1,3 Kilometer soll die Nidda nicht mehr in einem bis auf wenige Biegungen schnurgeraden Kanal fließen. Geht es nach den Vorstellungen des Planers und Gewässerökologen Gottfried Lehr, könnte bereits zu Jahresende mit dem Umbau der Uferlandschaft und des Flussbetts begonnen werden. Letzteres soll von derzeit knapp acht Meter auf bis zu 15 Meter verbreitert werden. Abgeflachte und mäanderförmige Uferzonen sowie Kiesbänke sollen annähernd einen ursprünglichen Verlauf wiederherstellen.

„Mit der Renaturierung wird die Nidda zur Lebensader von Karben“, wirbt Lehr für das Projekt, bei dem nicht allein die Natur profitieren wird. Denn in den Uferflachzonen sollen auch Stellen für Umweltpädagogik, zur Entspannung und zum Spielen eingerichtet werden.


Ein bis zu einem Meter hoher Erdwall soll Hochwasser aus den Wohngebieten zurückhalten. Einem Gutachten zufolge wird sich die Hochwassergefahr nach der Renaturierung deutlich entschärfen, so Lehr. Sind die aktuellen Schutzvorrichtungen auf ein alle einhundert Jahre vorkommendes Hochwasser ausgerichtet, so wird mit dem Rückbau des Nidda-Kanals erst eine Flut das Umland überschwemmen, wie sie statistisch alle 500 Jahre auftritt – so der gutachterliche Nachweis.

Beim Grundwasser soll hingegen noch einmal nachgerechnet werden. In einem Anwohnergespräch der Stadt hätten die Menschen im Hessenring ihre Sorge geäußert, künftig nasse Keller zu haben, sagt Ekkehard Böing, Pressesprecher der Stadt Karben. Mit dem Gutachten soll das Risiko ermittelt werden.

Historisch betrachtet sind die Befürchtungen ernst zunehmen. Ein Teil der Bebauung befindet sich über dem alten Niddaarm und auf ehemaligem Auegebiet. Vor allen mit Hochwasser und den damit verbundenen Überflutungen von künftigen Retentionsflächen wird ein Anstieg des Grundwassers verbunden. „Nach bisherigen Erfahrungen ist ein Steigen des Grundwasserniveaus nicht zu erwarten“, bemerkt Gewässerökologe Lehr, der in den vergangenen Jahren mehrere Renaturierungsprojekte entlang der Nidda geplant und begleitet hat, aktuell in Bad Vilbel auf der Höhe des Kurhauses. Für ihn steht jedoch fest, dass es eine „abgespeckte Renaturierung“ geben wird, sollte die Expertise zu einem anderen Ergebnis kommen.

Umbau für eine Millionen Euro

Laut Bürgermeister Rahn soll noch einmal die Wegeführung am Spielplatz geprüft werden. Retentionsfläche und Wall machen dies erforderlich. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wird es noch eine Offenlegung der Pläne geben, die Einwände oder Änderungen möglich macht.

Die Baukosten werden auf 800 000 Euro bis eine Millionen Euro beziffert. Nach Angabe von Ekkehard Böing kann die Stadt vom Land einen Zuschussanteil von 70 bis 80 Prozent erwarten. Mit dem wasserrechtlichen Verfahren bei der Oberen Wasserbehörde werde zudem zeitgleich der Finanzierungsantrag gestellt, heißt es.

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