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08. Mai 2012

Keltenwelten am Glauberg : Keltenmuseum sehr gut besucht

 Von Detlef Sundermann
Im Mittelpunkt des Museums: die 2500 Jahre alte Statue. Foto: S. Rheker

Mehr als 100.000 Besucher haben den Keltenfürsten schon besichtigt. Das Museum stärkt die Region.

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Glauberg –  

Entgegen manch anfänglicher Skepsis hat sich das Museum „Keltenwelten am Glauberg“ zu einem Besuchermagnet entwickelt. Ein Jahr nach Eröffnung des insgesamt 17 Millionen Euro teuren Museums mit seiner markanten Fassade aus rostfarbenem Cortenstahl haben mehr als 100.000 Menschen die Ausstellung um den Keltenfürsten gesehen, berichtete gestern Museumsleiterin Vera Rupp. Viel Renommee genießt auch die dortige Forschung.

„Aus unserem Baby ist ganz schön was geworden“, stellte Rupp glücklich fest. Eva Kühne-Hörmann (CDU), Ministerin für Wissenschaft und Kunst, und der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn (FDP) sparten ebenfalls nicht mit Lob und sprachen von einer „absoluten Erfolgsgeschichte“ oder von einer „Supergeschichte“.

Landesarchäologe Egon Schallmayer erklärte den ersten Jahrestag zu einem „denkwürdigen Tag“. Mit der Keltenwelt sei ein „Stein in den kulturpolitischen See geworfen worden, der kräftige Wellen geschlagen hat“, sagte er, worauf ihn Hahn korrigierte und von einem Tsunami sprach. Zu den Wellen des Erfolgs hätten aber auch die Beschäftigten und die Architektur beigetragen.

Das Museum soll zudem die regionale Wirtschaft angestoßen haben. Nicht zuletzt weil das Museum als „Location“ etwa für Firmenveranstaltungen genutzt werde. Gaststätten- und Hotelgewerbe verzeichneten ein Umsatzplus von rund 20 Prozent, sagte Bernd-Uwe Domes, Geschäftsführer des Archäologischen Parks Glauberg. Er berichtete von einer erhöhten Investitionsbereitschaft in der Branche. Bürgermeister Carsten Krätschmer (SPD) wünscht sich ein Hotel, „das auch mal eine ganze Busladung aufnehmen kann“.

Trotz der strahlenden Geburtstagslaune wurden die schwierigen Anfänge nicht übergangen. Hätten lokale Laienarchäologen in Wiesbaden nicht Druck ausgeübt, läge der 2500 Jahre alte steinerne Fürst noch heute unter dem Acker. Auch der Museumsbau in der osthessischen Provinz erwies sich als Kraftakt.

Zudem drohte dem Museum am Eröffnungstag ein Imageschaden. Der Keltenfürst wurde von Leuten eines Sicherheitsunternehmens bewacht, die der rechten Szene angehören. Das Wachpersonal wurde sofort, die damalige Museumschefin später ausgetauscht. Die Befürchtung, der von den Nazis betriebene Keltenkult könne das Museum zu einer Stätte von Rechten machen, hat sich offenbar nicht bestätigt.

Bei Schülern und Familien sei das Museum wegen seiner Objekte, seines Konzepts und der pädagogischen Angebote beliebt, so Rupp. Ein früheres Konzept für einen 5000 Quadratmeter großen Keltengarten wurde deshalb zugunsten der Museumspädagogik fallengelassen.

Das Außengelände soll in sechs Modulen wie Spielplatz, Kräutergarten und außerschulischer Lernort gestaltet werden. Der Förderverein finanziert das Vorhaben über Sponsoren.

Am Beginn der Planung befindet sich der Ausbau des Forschungszentrums, sagte dessen Leiterin Ines Balzer. Hierzu soll das benachbarte Richter-Haus dienen. Dort könnte etwa auch eine „Summer School“ für Studenten aus dem Ausland entstehen, so Balzer.

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