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Vilbel
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15. Januar 2013

Lernwerkstatt Bad Vilbel: Alles unter einem Hut

 Von Claudia Isabel Rittel

Corinna Trapp betreut in ihrer Lernwerkstatt 34 Hortkinder. Und das zu einem Preis, der teils unter dem liegt, den die Stadt in dem Entwurf für eine neue Kita-Satzung vorgesehen hatte.

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Hortbetreuung

15 von 19 Einrichtungen zur Betreuung von Schulkindern in Bad Vilbel
sind von freien Trägern getragen – dem Verein für familienbegleitende Erziehung, Fördervereinen und anderen.

Die Stadt bietet an zwei Orten Schülerbetreuung an, das Kreisschulamt eine. Außerdem gibt es mit Nene Nena in
Dortelweil und der Lernwerkstatt in der Kernstadt zwei private Einrichtungen.
Preise und Angebote sind unterschiedlich. Für die Betreuung bis 17 Uhr inklusive Mittagessen berechnet die Lernwerkstatt 305,25 Euro im Monat, Nene Nena 330 Euro. Die Stadt will mit der neuen Kita-Satzung den Preis für diese Zeit auf 310 Euro inklusive Mittagessen erhöhen. Für die Betreuung ihrer Kinder vom Verein für familienbegleitende Erziehung müssen Eltern 264 Euro bezahlen.

Die siebenjährige Sara deckt den Tisch für drei Personen. Legt Teller, Messer und Gabel ordentlich an jeden Platz, setzt sich hin und ruft: „Hallo! Wir sollen uns schon hinsetzen!“ Dann kommt die sechsjährige Mara und setzt sich auch. Kurz darauf bringt Julian (8) zwei Teller mit Pommes und Nuggets an den Tisch. „Ich will noch Ketchup“, sagt Paolo, der sich Teller und Besteck selber geholt hat. Als er sieht, dass kein Ketchup auf dem Tisch steht, holt er eine Flasche aus der Küche.

Nebenan hat etwa eine halbe Stunde davor ein Herr mittleren Alters seine Italienischstunde beendet. Danach hat die Italienischdozentin Libera Giangualano, die auch für das Essen verantwortlich ist, das Mittagessen vorbereitet. Jetzt bringt sie einen Teller Rohkost herein und schaut, ob alles seine Ordnung hat. Dann geht sie wieder in die Küche. Wenig später geht Sara mit ihrem Teller zur Küche und wartet auf der Schwelle, bis Giangualano ihr einen Nachschlag gibt.

Einen Raum weiter sitzt Magy Schwarz, die eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation macht. Von ihrem Schreibtisch aus kann sie nicht nur den Eingangsbereich sehen, sondern hat auch durch Glaswände Einblick in die Räume, in denen die Kinder spielen oder Hausaufgaben machen.

„Die Kinder dürfen nicht in die Küche“, sagt Corinna Trapp. Sie ist die Chefin, und klare Regeln findet sie wichtig. Auf 170 Quadratmetern und sechs Zimmern werden 34 Schulkinder betreut. Und das zu einem Preis, der teils unter dem liegt, den die Stadt in dem Entwurf für eine neue Kita-Satzung vorgesehen hatte.

Wie macht sie das? „Das fragen mich viele“, sagt Trapp. Und ihre Antwort darauf fällt zweigeteilt aus. „Wir haushalten auch gut“, sagt sie. Beim Einkauf werde sehr genau darauf geachtet, günstig einzukaufen. Dankbar nehme sie auch ausrangiertes Spielzeug oder Bücher von Eltern an.

Vor allem aber liege es daran, dass sie die unterschiedlichen Geschäftsbereiche ihres Unternehmens miteinander verknüpfe: eine „Mischkalkulation“ aus Nachhilfe in Fremdsprachen, Kursen, die ihre Dozenten direkt in Unternehmen geben, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangeboten für Kinder am Nachmittag. Und eben die Betreuung von Schulkindern. Die Jüngsten sind fünf. Eine Grenze nach oben gibt es nicht.

Überhaupt vermischen sich die Altersgruppen im Reich von Trapp. Kinder kommen nach der Schule hierher – manche in den Hort, andere zur Nachhilfe und wieder andere zum Sprachenlernen. Jeder, der das Essen dazubuchen will, kann das tun. Für wöchentlich ein Mittagessen zahlen die Eltern 13,80 Euro pro Monat.

Die Bausteine aus Trapps Angebot sind frei miteinander kombinierbar. „Die Eltern können sich das zusammenbasteln, wie sie wollen“, sagt Trapp. Betreuungskinder, die am Nachmittag an Angeboten teilnehmen, zahlen Betreuung plus Programm. Bekommen Kinder nur Unterricht, etwa Blockflöte oder Fremdsprachen, zahlen die Eltern 45 Euro monatlich für eine Stunde in der Woche.

„Wir rechnen pro Betreuungsstunde 2,10 im Monat“, sagt sie. Geschwisterkinder haben Ermäßigungen. „Aber ganz frei kann ich das nicht anbieten“, sagt sie. „Weil wir keinerlei Zuschüsse bekommen.“ Bezahlte Betreuungsstunden aber könnten Eltern nach Absprache auch kurzfristig flexibel verschieben.

Weil ihr Unternehmen nicht ein reiner Hort ist und die Mitarbeiter teilweise auch anderen Aufgaben nachgehen, ist der Betreuungsschlüssel, der festlegt, für wie viele Kinder ein Betreuer maximal verantwortlich sein darf, für Trapp nie ein Problem. Es sind immer genug Erwachsene da. „Wir sind wenigstens immer zu fünft“, sagt sie. Geschlossen wird auch in den Ferien nicht. „Morgens richten wir uns dann nach dem frühesten Kind“, sagt sie.

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