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Vilbel
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06. Dezember 2012

Radfahren in Bad Vilbel: Der Überall-Radler

 Von Nina Nickoll
Joachim Brendel ist der neue Radverkehrsbeauftragte der Stadt Bad Vilbel. Foto: ROLF OESER

Joachim Brendel ist Bad Vilbels neuer Radverkehrsbeauftragter und bleibt ADFC-Sprecher.

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Joachim Brendel ist um Ausgleich bemüht. „Ich versuche immer Lösungen zu finden, wo am Ende alle ein bisschen von profitieren, weil Dinge nur dann erfolgreich umgesetzt werden können“, sagt Brendel. Eine Fähigkeit, die ihm in seinem neuen Amt als Radverkehrsbeauftragter sicher nutzen wird.

Im November hat das Stadtparlament ihn zum ersten Radverkehrsbeauftragten der Stadt gewählt. Einstimmig. Gefragt hatte ihn der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Lochmann. „Ich bin doch schon gefühlter Radverkehrsbeauftragter“, habe er dann auf seine Frage geantwortet. Jetzt ist er es aber auch offiziell.

Er bleibe aber weiterhin verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Bad Vilbel (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club). Die Wahl sehe er als Motivation und Anerkennung für seine Arbeit, er habe sie auch angenommen, weil er sie als Signal der Stadt verstehe, sich der ADFC-Forderungen anzunehmen, sagt Brendel.

Als vielfach interessiert und organisiert beschreibt sich Brendel, der mit „DJB-Finanzberatung“ seine eigene Firma gegründet hat und außerdem als Versicherungsmakler arbeitet.

Zum Radfahren kam Brendel über Bandscheibenproblemen an der Halswirbelsäule. Nur deswegen habe er 2006, nach 20 Jahren Pause, wieder mit regelmäßigem Sport angefangen. Heute fahre er über 4 000 Kilometer im Jahr. Auch Kundentermine bis in den Taunus absolviert er mit dem Rad. „Deshalb kenne ich auch die ganzen Wege, in Bad Vilbel und ringsherum.“

Zur Auswahl hat er drei Räder in der Garage: Ein Trekkingrad für den Alltag und Geschäftstermine, ein Rennrad mit Triathlonlenker als Sportgerät und ein „älteres Rad“, das beim schlechtem Wetter im Winter zum Einsatz kommt. Als Radverkehrsbeauftragter wolle er vor allem das Gesamtbild im Auge behalten, um gezielte Vorschläge machen zu können, sagt der 48-Jährige.

Schatzmeister und Webmaster

Als Beispiel nennt er die Huizener Straße / Ecke Tennisplatz, wo es an der Einmündung einen Bordstein gab, den Radfahrer nur hätten umgehen können, indem sie auf die Gegenfahrbahn fuhren, so Brendel. „Im Mai hatte ich mich als ADFC-Sprecher mit Stadtrat Frank darauf verständigt, dass hier bei nächster Gelegenheit Umbaumaßnahmen erfolgen sollten. Nachdem wir das Thema immer wieder vorgebracht haben, hat sich die Stadt im Zuge der Nidda-Renaturierung daran erinnert, als ohnehin Bagger tätig waren, um eine Mineralwasserleitung zu verlegen.“ Die Bordsteinschwellen wurden schließlich entfernt.

Auch die Sicherheit im Radverkehr ist ihm ein Anliegen, sagt der promovierte Chemiker. Dass er ein besonderes Bewusstsein für Gefahren habe, liege an seiner langjährigen Tätigkeit in der Industrie, ist er überzeugt. Dass regelmäßige Kontrollen des Fahrrads wichtig seien, hat ihm auch ein Unfall im vergangenen Jahr bestätigt: „Ich habe eine Ausfahrt für eine Straße gehalten, wo rechts-vor-links gilt, und so stark gebremst, dass ich über den Lenker geflogen bin.“ Bis auf einige Schrammen sei zwar nichts passiert. Hätte er seine Klickpedale, bei denen die Schuhe mit den Pedalen verbunden werden, aber nicht zwei Tage vorher neu eingestellt, wäre der Unfall schlimmer ausgegangen, glaubt Brendel.

Dass er an so vielen Baustellen gleichzeitig tätig sein könne, liege auch daran, dass er und seine Frau Gudrun, die seine Rad-Leidenschaft nicht teile, keine Kinder haben. Der gebürtige Ostwestfale, der seit 20 Jahren in Vilbel lebt, will beim ADFC auch weiter als Schatzmeister und Webmaster aktiv sein. Die meisten Arbeiten teile er sich aber mit seinen Vereinskollegen im ADFC-Vorstand, sagt Brendel.

Ende November hat sich Brendel erstmals offiziell mit dem Ersten Stadtrat Jörg Frank (CDU) und zwei Vertretern der Straßenverkehrsbehörde getroffen. Neben seiner Aufgabe, die Stadt zu beraten, sieht er sich aber auch als Ansprechpartner für die Bürger. Je mehr Rückmeldungen er bekomme, desto besser könne er seine Aufgabe wahrnehmen.

Anregungen nimmt Joachim Brendel über die E-Mail Adresse: jbrendel@adfc-bad-vilbel.de entgegen.

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