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05. Dezember 2012

Schlitzer von Echzell: Lob für das Schlitzer-Urteil

Urteilsverkündung im Schlitzer-Prozess.Foto: Martin Weis

Die Echzeller Initiative "Grätsche gegen Rechts" sieht nach der Verhängung von mehr als sechs Jahren Haft gegen den rechtsradikalen Patrick W. ihren Einsatz bestätigt.

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Dass das Landgericht Gießen den unter dem Spitznamen „Schlitzer“ bekannten Rechtsextremisten Patrick W. aus Echzell am Montag zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt hat, wertet die „Grätsche gegen Rechtsaußen“ auch als ihr Verdienst. „Die Verurteilung von Herrn W. ist zu einem großen Teil auch der Arbeit unseres Vereins zu verdanken“, schreibt der Vorsitzende Manfred Linss in einer Mitteilung.

Seit 2009 habe sich die „Grätsche“ für die Anwohner eingesetzt, die unter den braunen Umtrieben in und um Patrick W.s Hofreite im Ortsteil Gettenau zu leiden hatten. Und dieser Einsatz sei „nicht immer leicht“ gewesen. „Bedrohungen“ und sogar den Vorwurf, der Verein wäre dafür verantwortlich, die ganze Gemeinde ins „rechte Licht“ zu zerren, hätten sich die Mitglieder des Vereins anhören müssen. Anzeigen oder Beschwerden seien seitens der Behörden oft „nicht ernst genommen oder einfach ausgesessen“ worden, so Linss. Wenn der braune Mob Nazi-Parolen grölend durch die Straßen tobte, sei dies als „Ruhestörung“ verharmlost worden. Der „Schlitzer“ und seine Kumpels, die „Old Brothers“, seien eben „ein bisschen über die Stränge geschlagen“.

Richter Dietwin Johannes Steinbach habe Patrick W. attestiert, „ein Rassist mit einem menschenverachtenden Weltbild zu sein“, was für die „Grätsche“ der „größte Erfolg“ sei. „Wer sich mit Symbolik des Naziregimes umgibt, antisemitische Tätowierungen auf dem Arm trägt und Gaskammer-Partys feiert, ist nicht unpolitisch und schon gar kein übermütiger, dummer Junge“, betont Linss. „Rassisten sind keine netten Menschen.“ Doch leider seien rechtsextreme Ansichten längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch deshalb will der bereits mehrfach ausgezeichnete Verein weitermachen. (myk.)

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