Vilbel
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23. Januar 2013

St. Michaelis Karben: Wehrkirche wird barrierefrei

 Von Detlef Sundermann
Auch die Holzempore muss restauriert werden.  Foto: Monika Müller

Mehrere Bauvorhaben stehen für St. Michaelis an, unter anderem ein barrierefreier Eingang. Dafür wurde eine Initiative gegründet, die sich mit Kosten, Planungen und Organisation befasst.

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Karben –  

Damit der Zugang zu den Gottesdiensten und zu Konzerten nicht an Stufen scheitert, investiert die evangelische St.-Michaelis-Gemeinde in Klein-Karben kräftig in ihre knapp 900 Jahre alte Kirche. Mit dem Bau eines barrierefreien Eingangs wird zugleich eine Sünde aus den 50er Jahren korrigiert. Um die Kosten, Planung und Organisation für diese und andere notwendige baulichen Arbeiten in den nächsten drei Jahren an dem Gotteshaus zu bewältigen, ist die Initiative „Erhalten & Gestalten St. Michaelis“ gegründet worden, an der sich sogar Konfirmanten beteiligen. Durch Spenden und Konzerte soll das Geld hereinkommen. Die Landeskirche gibt einen Zuschuss.

Ganz oben auf der Projektliste steht der ebenerdige Eingang, hierzu wird eine ursprüngliche Seitenpforte genutzt, die vor 60 Jahren aus unbekanntem Grund zugemauert worden ist. „Damals waren die Leute beim Denkmalschutz noch nicht so sensibel wie heute“, erläutert Ulrich Kussmaul, Mitglied des Kirchenvorstandes. Spätestens im März oder April soll damit angefangen werden, die unter dem rötlichen gotischen Torbogen auf der Westseite eingesetzten Hohlblocksteine herauszubrechen.

Grundriss wie ein griechisches Kreuz

Eine andere Baumaßnahme kündigt Kussmaul für die Emporen an. Der Hausschwamm steckt in den Stützen der hölzernen Konstruktion. Die tragenden Elemente müssen saniert werden. Die hohe Luftfeuchtigkeit setze dem Material zu ebenso wie der Orgel. Grund ist die alte Heizung, die jedoch ob der erheblichen Modernisierungskosten noch eine Weile im Keller durchhalten muss. Auf der Projektliste steht auch der Kirchgarten. Die Initiative hat Ideen von Gemeindemitgliedern und Bürgern gesammelt. Die Wünsche für die 1500 Quadratmeter große Fläche erstrecken sich von einem Ort der Begegnung und Spiritualität bis hin zum Spielplatz und Freilufttheater. Die Vorschläge müssen nicht nur auf ihre Machbarkeit geprüft werden. Die Landeskirche Hessen Nassau und die Obere Denkmalschutzbehörde müssen den Plan absegnen.

Die Kirche und der Hof weisen einige Besonderheiten auf, die auch außerhalb der Wetterau offenbar selten anzutreffen sind. Hier ist einmal der Grundriss des Gotteshauses entsprechend dem griechischen Kreuz (gleichlange Schenkel) und die Zweitnutzung als Wehrkirche zu nennen, was sich in Baulichkeiten wie der Wehrmauer oder den Weihekreuzen zeigt. „Im Mittelalter etwa während des Dreißigjährigen-Kriegs ist die Kirche Zufluchtsstätte für die Bevölkerung gewesen“, so Kussmaul. Nach der Nutzung als Wohngebäude, musste sie wieder geweiht werden.

Gemeinde sammelt Spenden

Für die ersten Vorhaben wird eine Summe von voraussichtlich 60.000 Euro benötigt. Die Gemeinde will ihren Anteil in Höhe von 20.000 Euro über Spendenaktionen und Benefizkonzerte zusammen bekommen. Noch steht die Spendenuhr auf der Internetseite von St. Michaelis auf Null. Nach Worten von Vorstandsmitglied Kussmaul soll dort aber ab Sonntag Bewegung reinkommen.

Der Gottesdienst am Sonntag, 27. Januar, 10 Uhr, wird den Start der Initiative „Erhalten & Gestalten“ mit dem Thema „Aufbruch“ markieren.

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