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Vilbel
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13. Dezember 2012

Trauerfeier Alt-Bürgermeister Erich Glück: "Er wollte das Beste für die Stadt"

 Von Detlef Sundermann
In der Trauerhalle des Friedhofs an der Lohstraße wurde Erich Glück die letzte Ehre bezeugt. Foto: Renate Hoyer

Bad Vilbels Alt-Bürgermeister Erich Glück wird unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen. Der einstige Sozialdemokrat gilt als Modernisierer der Stadt. Er starb im Alter von 92 Jahren.

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Alt-Bürgermeister Erich Glück ist gestern Nachmittag unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen worden. Er verstarb am 8. November im Alter von 92 Jahren in einem Frankfurter Krankenhaus. Glück amtierte von 1968 bis 1980 als Bürgermeister und war insgesamt 28 Jahre in der Kommunalpolitik tätig. Der einstige Sozialdemokrat gilt als Modernisierer der Stadt. Der SPD kehrte der 1977 den Rücken als Folge von parteiinternen Auseinandersetzungen.

„Erich Glück war ein gradliniger Mann“, beschreibt Günther Biwer seinen einstigen Vorgesetzten. Lange währte die Zusammenarbeit zwischen dem hauptamtlichen Stadtrat und dem Rathauschef jedoch nicht. Im Jahr darauf obsiegte die CDU bei der Kommunalwahl, und die neue parlamentarische Mehrheit kürte Biwer zum Bürgermeister. Dennoch endet damit die Verbindung zwischen den beiden Männern nicht. Privat ist ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt worden. Biwer hebt hervor, dass Glück dem Leben stets eine positive Einstellung entgegen gebracht habe.

Bruch mit der SPD

Die habe sich auch in seiner zwölfjährigen Regierungszeit als Bürgermeister widergespiegelt. Biwer bezeichnet Glück als Modernisierer, der mit seiner Tatkraft den Grundstein für die weitere Entwicklung von Bad Vilbel gelegt habe. Ohne den von Erich Glück vorangetriebenen Bau der Bundesstraße 3a hätte es keine Verkehrsentlastung der Kernstadt gegeben. Damit sei die Verkehrsberuhigung der Frankfurter Straße erst möglich geworden und der Bau einer Neuen Mitte, die Erich Glück schon für die Quellenstadt Anfang der 70er Jahre gefordert habe.

Obgleich der Bruch des Sozialdemokraten mit der SPD seine Wunden hinterlassen hat, die noch heute einige Parteimitgliedern schmerzt, zollen ihm auch seine einstigen Genossen hohe Anerkennung. Der damalige SPD-Chef Klaus Kroner ordnet als Glücks Verdienst ein, dass er das Berufsförderungswerk nach Bad Vilbel geholt und die Stadt mit dem Bau des Hallenbades samt Kurmittelhaus zu einem Kurort entwickelt hat. „Erich Glück hat das Beste für die Stadt gewollt“, betont Kroner.

Hierbei habe er auch die Auseinandersetzung mit Partei und Fraktion nicht gescheut. Dies habe sich besonders zur Zeit der Verwaltungsreform Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre gezeigt. Glück habe Bad Vilbel zum Stadtteil von Frankfurt machen wollen, dagegen habe sich die SPD Bad Vilbel mit aller Kraft gewehrt, erzählt Klaus Kroner.

Was Biwer als „geradlinig“ bezeichnet, heißt bei Kroner „autoritärer Stil“. Letzterem tut noch heute der Bruch weh. Der verstorbene Ehrenbürgermeister und Träger des Bundeskreuzes 1. Klasse sei eine verdiente Persönlichkeit und durch und durch ein Sozialdemokrat gewesen. Glück habe sich jedoch als Konservativer schwer in die neue SPD eines Willy Brandts und in die Vorstellungen der 68er Bewegung einfinden können, bedauert er.

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