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Polizeigewalt und Rassismus-Vorwürfe
Rassismus-Vorwürfe gegen Polizei und Sicherheitsdienste im Rhein-Main-Gebiet häufen sich. Eine Sammlung solcher Fälle und der Debatte darüber.

28. Januar 2014

Deutsche Bahn Rassismus: Mack soll gelogen haben

 Von 
Daniel Mack, ehemaliger Landtagsabgeordneter der Grünen.  Foto: Privat

Sicherheitsmitarbeiter der Bahn erstatten Anzeige gegen den früheren Landtagsabgeordneten Daniel Mack. Der Grünen-Politiker hatte ihnen vorgeworfen, einen Schwarzfahrer verprügelt zu haben, die Bahn-Mitarbeiter bestreiten das - und können sich auf Zeugen berufen.

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Der frühere Landtagsabgeordnete Daniel Mack muss mit einem Strafverfahren wegen falscher Verdächtigung und Verleumdung rechnen. Wie die FR erfuhr, haben Sicherheitsmitarbeiter der Bahn Strafantrag gegen den Politiker der Grünen gestellt. Mack hatte ihnen unter anderem vorgeworfen, einen Schwarzfahrer verprügelt zu haben. Die Bahn-Mitarbeiter bestreiten das. Mehrere Zeugen stützen nach FR-Informationen ihre Darstellung.

Mack hatte im Oktober im Hauptbahnhof beobachtet, wie fünf Sicherheitsleute einen 18 Jahre alten Schwarzfahrer überwältigten. Der Mann hatte versucht zu flüchten. Nach dem Vorfall twitterte Mack, die Bahn-Mitarbeiter hätten den Schwarzfahrer verprügelt. Dabei soll einer von ihnen einen Schlagstock eingesetzt haben. Eine Mitarbeiterin habe zu Mack „Hau ab, du Nigger“ gesagt, als er mit seinem Telefon Bilder machte. Die Sicherheitsleute hätten versucht, ihm das Handy wegzunehmen. Zahlreiche Medien, auch die FR, berichteten über den Fall.

Offiziell will zu der neuen Entwicklung niemand was sagen. Ralf Ströher, Sprecher der Bundespolizei am Hauptbahnhof, bestätigt nur, die Ermittlungen seien abgeschlossen. Die Bundespolizei habe ihre Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Doris Möller-Scheu, Sprecherin der Anklagebehörde, will ein Verfahren gegen Daniel Mack nicht bestätigen. Doch nach FR-Informationen liegen mehrere Anzeigen gegen Mack vor, die bislang nicht bearbeitet werden konnten. Denn als Landtagsabgeordnete genoss der Politiker Immunität. Die Staatsanwaltschaft hätte in einem aufwendigen Verfahren versuchen müssen, diese aufzuheben. In der neuen Legislaturperiode, die vor knapp zwei Wochen begann, sitzt Mack aber nicht mehr im Landtag.

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Die Sicherheitsleute können sich bei ihrer Darstellung auf Zeugen berufen. Sie erklären, der Schwarzfahrer sei nicht geschlagen worden. Zudem hat keiner der Beobachter mitbekommen, dass Mack rassistisch beleidigt wurde. Auch habe niemand versucht, dem Politiker das Handy wegzunehmen.

Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau blieb Mack bei seiner Darstellung: „Ich habe gesehen, wie einer der Mitarbeiter seinen Schlagstock benutzt hat.“ Von den Strafanträgen habe er erst durch die FR erfahren. Mack sprach seinerseits von einem Zeugen, der seine Version bestätige. Gleichzeitig berichtete er von Twitter-Usern, die ihn beschimpften und ihm unterstellten, die Unwahrheit zu sagen.

Dass er nun mit einer juristischen Auseinandersetzung rechnen müsse, werde ihn nicht abschrecken, ähnliche Fälle wieder öffentlich zu machen, so Mack: „Andere Leute werden sich das aber gut überlegen, wenn sie jetzt wissen, dass sie selbst angezeigt werden.“

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