Erneut wird zwei Polizisten in einem Fall Gewalt und Rassismus vorgeworfen. Der 30-jährige Deutsch-Marokkaner Mounir Ackermann berichtet, dass er am 25. November um 4 Uhr ordnungswidrig mit seinem Auto auf der Busspur in der Paradiesgasse gehalten habe. Nachdem zwei Polizisten ihn darauf aufmerksam machten, zahlte er die Strafe. Jedoch soll er erst auf sein Drängen hin eine Quittung erhalten haben. Dabei soll er von den Beamten rassistisch beleidigt worden sein.
Nach Angaben von Ackermann bestanden die Polizisten darauf, dass nicht er, sondern seine Frau weiterfahren sollte; als er widersprach, warfen ihn die Beamten auf das Auto, legten ihm Handschellen an und schlugen ihn mehrmals in den Rücken. Als seine Frau ihm helfen wollte, trat ihr einer der Polizisten mit dem Knie in den Bauch. Obwohl die Beamten laut Ackermann vorgaben, ihn aufs 8. Revier (Sachsenhausen) zu bringen, führten sie ihn in eine Einfahrt, wo sie ihn erneut schlugen. Am Mainufer wurde er laufengelassen. Ackermann erstattete beim 1. Revier in der Innenstadt Anzeige.
Nach Ackermanns Angaben hatte er von den Prellungen, die er und seine Frau von den Schlägen der Beamten davongetragen haben, Fotos gemacht und sie bei seiner Anzeige auf dem 1. Revier übergeben. Doch kurz darauf teilte ihm das Präsidium mit, dass diese wegen „technischer Probleme“ spurlos verloren gegangen seien. Auf Nachfrage beim Revier bestätigte man ihm, dass man die Fotos per E-Mail an das Präsidium geschickt habe. Dort soll man Ackermann gesagt haben, dass, wenn er größere Blessuren davongetragen habe, diese immer noch zu sehen sein müssten.
Die Polizei will sich zu diesen Vorwürfen nicht äußern. Bestätigt wurde nur die eingegangene Strafanzeige. „Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wurde informiert“, teilt ein Sprecher mit. Nun ermittle die Dienststelle für Amtsdelikte. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) sagte im Stadtparlament am Donnerstag, ihm sei der Fall bekannt. Die Frage, ob die betroffenen Polizisten vom Dienst suspendiert worden seien, verneinte er unter Vorbehalt; das sei ihm nicht genau bekannt. Als die SPD nachhakte, ob dieser zweite Fall nicht ein Beleg für die Notwendigkeit einer unabhängigen Beschwerdestelle wäre, verneinte Frank ebenfalls: "Ich vertraue auf den Rechtsstaat." (leg./rut.)
Zwei Männer stützen am 30.09.2010 im Schlossgarten in Stuttgart den verletzten Dietrich Wagner. Bei einer S 21 Demonstration wird er durch einen Wasserwerferstrahl schwer verletzt, der ihn direkt ins Gesicht trifft. Das linke Auge Wagners bleibt völlig zerstört, die Sehkraft des anderen Auges beträgt lediglich noch 8 % und reicht nicht mehr zum Lesen oder Autofahren reichen. Die Stuttgarter Polizei wirft Wagner eine Mitschuld vor, da er sich „nicht weggeduckt“ habe.
Foto: dpaEin Schwarzer gerät in der U-Bahn in Konflikt mit Fahrkarten-Kontrolleuren und der Polizei Frankfurt. Am Ende liegt er im Krankenhaus. Die Polizei sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Das Spezial.
Derege Wevelsiep steigt Mitte Oktober mit gültigem Fahrausweis in eine Frankfurter U-Bahn - und wird nach einem Wortgefecht mit Kontrolleuren von herbeigerufenen Polizisten verprügelt.
Wegen seiner Verletzungen muss er drei Tage im Krankenhaus bleiben.
Die Frankfurter Polizei ermittelt intern gegen vier Beamte des 6. Reviers, die der äthiopischstämmige Diplom-Ingenieur beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. Sein Anwalt wirft den Beamten Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung vor.
Im Internet bricht ein Sturm der Entrüstung los, über soziale Netzwerke wird eine Solidaritäts-Demo organisiert.
Auch der Landtag befasst sich mit dem Fall.
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