Zwei Männer stützen am 30.09.2010 im Schlossgarten in Stuttgart den verletzten Dietrich Wagner. Bei einer S 21 Demonstration wird er durch einen Wasserwerferstrahl schwer verletzt, der ihn direkt ins Gesicht trifft. Das linke Auge Wagners bleibt völlig zerstört, die Sehkraft des anderen Auges beträgt lediglich noch 8 % und reicht nicht mehr zum Lesen oder Autofahren reichen. Die Stuttgarter Polizei wirft Wagner eine Mitschuld vor, da er sich „nicht weggeduckt“ habe.
Foto: dpaDie Opposition im Hessischen Landtag fordert eine rückhaltlose Aufklärung der Vorwürfe von rassistischer Polizeigewalt in Frankfurt. Sie will Innenminister Boris Rhein (CDU) in der heutigen Sitzung des Landtags-Innenausschusses dazu befragen.
Die Frankfurter Polizei ermittelt intern gegen die vier Beamten des 6. Polizeireviers, die Derege Wevelsiep beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. Das bestätigte eine Polizeisprecherin am 5. November auf Anfrage.
Weiter wollte sie sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht zu dem Fall äußern, deutete aber an, dass die Darstellung der betreffenden Polizisten von der Wevelsieps abweicht. Die Staatsanwaltschaft sei in den Fall eingeschaltet.
Der Rechtsanwalt von Wevelsiep hatte in der vergangenen Woche Strafanzeige gestellt. Darin wirft er den Beamten Hausfriedensbruch, Beleidigung, Körperverletzung und Körperverletzung im Amt vor.
In Frankfurt soll der Elektronik-Ingenieur Derege Wevelsiep, der zwar in Äthiopien geboren wurde, aber als Waise in Deutschland adoptiert und aufwuchs, grundlos bei einer Ausweiskontrolle von Polizeibeamten zusammengeschlagen worden sein.
Der Grüne Jürgen Frömmrich äußerte sich „entsetzt“ über die Vorwürfe. Auf keinen Fall dürfe ein falsch verstandener „Korpsgeist“ dazu führen, dass Polizisten geschont würden. Er höre von Menschen mit Migrationshintergrund oft den Vorwurf, Klagen über Polizeiübergriffe nutzten nichts: „Die halten doch sowieso zusammen.“ Dass sich die Ermittlungen nach den Morden der Terrorgruppe NSU lange auf Migranten konzentrierten, habe dem Ansehen der Behörden geschadet.
Frömmrich und seine SPD-Kollegin Nancy Faeser äußerten zwar Vertrauen in die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Trotzdem halten sie eine unabhängige Beschwerdestelle für Vorwürfe gegen Polizisten für sinnvoll. Der nach den Mobbing-Vorwürfen bei der Polizei eingeführte Ansprechpartner für interne Beschwerden könnte eine solche Rolle als Ombudsmann für Bürger übernehmen, schlagen sie vor.
Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, müsse geprüft werden, ob interkulturelle Kompetenz in der Ausbildung von Polizisten eine ausreichende Rolle spielte, sagte Faeser der Frankfurt Rundschau. Wie Frömmrich plädierte sie dafür, noch mehr Polizeibeamte mit Migrationshintergrund einzustellen.
Der Bericht in der Frankfurter Rundschau über eine anscheinend unbegründete Attacke gegen einen Schwarzen in einer U-Bahn-Station ruft Reaktionen in der Politik und bei der Polizei hervor: Lesen Sie hier weiter.
Das Innenministerium hält das Beschwerdewesen für „gut aufgestellt“. Bürger könnten sich an das Innenministerium wenden, formell Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen, Strafanzeige erstatten oder eine Petition einreichen. Alle Möglichkeiten würden genutzt.
Das Ministerium verweist zudem auf die 15 Migrationsbeauftragten in Landeskriminalamt und Polizeipräsidien. 17 Prozent der rund 1000 Polizei- sowie Kriminalkommissar-Anwärter 2009 und 2010 hätten nach eigener Aussage Migrationshintergrund.
Ein Schwarzer gerät in der U-Bahn in Konflikt mit Fahrkarten-Kontrolleuren und der Polizei Frankfurt. Am Ende liegt er im Krankenhaus. Die Polizei sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Das Spezial.
Derege Wevelsiep steigt Mitte Oktober mit gültigem Fahrausweis in eine Frankfurter U-Bahn - und wird nach einem Wortgefecht mit Kontrolleuren von herbeigerufenen Polizisten verprügelt.
Wegen seiner Verletzungen muss er drei Tage im Krankenhaus bleiben.
Die Frankfurter Polizei ermittelt intern gegen vier Beamte des 6. Reviers, die der äthiopischstämmige Diplom-Ingenieur beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. Sein Anwalt wirft den Beamten Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung vor.
Im Internet bricht ein Sturm der Entrüstung los, über soziale Netzwerke wird eine Solidaritäts-Demo organisiert.
Auch der Landtag befasst sich mit dem Fall.
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