Weblog: Countdown für Obama
Damir Fras, Olivia Schoeller und Daniel Haufler bloggen über die US-Präsidentschaftswahl

16. April 2012

US-Waffenverband: Der Waffennarr

 Von Damir Fras
Wayne LaPierre Jr. im April 2012, während der jährlichen Versammlung des Waffenverbandes. Foto: dapd

Wayne LaPierre, Vizechef des US-Waffenverbandes, hat bizarre Ansichten: Schuld am Tod von Trayvon Martin sind die Medien und nicht das Waffengesetz in Florida. Seiner Meinung nach vernichten Waffen keine Leben, sondern schützen sie.

Drucken per Mail

Der Mann hat vielleicht Ideen, (nachzusehen hier: http://www.youtube.com/watch?v=D8rBHcCW8Jo) von ungefähr Minute 15 bis Minute 18.

Kurz gefasst: Wayne LaPierre ist der Vizechef der National Rifle Association, also dem Verband der Waffennarren in den USA. Und seine Weltsicht ist simpel. Ohne den Namen Trayvon Martin – das ist der 17-Jährige Schwarze, der in Florida Ende Februar von einem Bürgerwehrmann erschossen wurde – auch nur einmal in den Mund zu nehmen, hat LaPierre den Schuldigen für die ganze Sache benannt. Natürlich sind es die Medien, die nur auf reißerische Geschichten aus seien und nicht verstünden, dass Waffen Leben schützen, nicht vernichten.

Und weil er gerade so nett im Fabulieren ist, bastelt sich LaPierre auch noch eine beeindruckende Kausalkette zusammen: Die Leute haben kein Vertrauen in die Medien und kein Vertrauen in die politische Klasse. Also machen sie das einzig Logische: Sie kaufen Waffen.

Logisch? Nicht unbedingt. Und erinnert irgendwie an den Kommentar eines NRA-Mannes nach dem Massaker an einer Schule in Littleton/Colorado im April 1999. Der sagte – frei zitiert: „Das Problem ist nicht, dass die Schüler bewaffnet sind. Das Problem ist, dass die Lehrer unbewaffnet sind.“ Na, dann!

Apropos Bewaffnung: Mitt Romney, das ist der mormonische Multimillionär, der US-Präsident werden möchte, hat auf derselben Veranstaltung wie der Extremlogiker LaPierre gesprochen. Von schärferen Waffengesetzen, die Todesfälle wie jenen von Trayvon Martin vermeiden könnten, war allerdings in Romneys Ansprache keine Rede. Kein Wort

Jetzt kommentieren

US-Wahl 2012: Countdown für Obama

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl


Spezial: US-Wahl 2012

Alles, was Sie über die US-Wahl wissen müssen

US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund

Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf

Weblog der USA-Experten unserer Redaktion

Außerdem: Interaktive Karte mit den Ergebnissen zu Präsidentschafts-, Senats- und Gouverneurswahlen.

Das Wahl-ABC: Von Amtseinführung bis Weißes Haus

Weblog: Countdown für Obama
Facebook
Fakten

Termin: Die Wahl des US-Präsidenten und seines Stellvertreters ist für Dienstag, 6. November, vorgesehen.

Verfahren: Die Entscheidung fällt indirekt über ein Wahlmännergremium. Den Stand des Rennens zeigt unsere interaktive Karte.

Animation
Michelle Obama kann nicht bis zum Wahltag warten. Sie hat schon ihre Stimme abgegeben.

Hier erfahren Sie, wie das Verfahren mit den Wahlmännern funktioniert und was hinter dem Prinzip "The winner takes it all" steht.

Spezial: US-Wahl 2012

Mohamed Amjahid sucht auf einer Tour von Vancouver bis in die Hauptstadt von Mexiko nach den Geschichten, die dem Präsidentschafts-Wahlkampf in den USA verschiedene Gesichter verleihen.


Reportagereise: US-Wahlkampf vor Ort
Anzeige
Interaktive Grafik

So schnitten Obama und Romney in den einzelnen Bundesstaaten ab - unsere interaktive Grafik zeigt alle Ergebnisse. Außerdem: Wie sich Obama und Romney zu den wichtigsten Wahlkampfthemen positionierten, die Lebensläufe und weitere News.

US-Wahl

Seit 1788 wird der amerikanische Präsident alle vier Jahre gewählt. Seit 1845 ist der Tag der Entscheidung auf den Dienstag nach dem ersten Montag im November festgelegt, was die Wahl immer im Zeitraum von 2. bis 8. November stattfinden lässt.

Gleichzeitig wird auch ein Drittel des Senats und das Repräsentantenhaus gewählt. Häufig finden auch Wahlen auf Bundesstaatenebene am gleichen Wahltermin statt.

Das Wahlergebnis wird Anfang Januar durch den Kongress nach dessen ersten Zusammentreten festgestellt. Die Amtszeit des Präsidenten beginnt mit dem Tag der Amtseinführung, der seit 1937 auf den dem Wahltermin folgenden 20. Januar fällt.

Spezial

Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.


Spezial: Israel-Iran-Konflikt
ANZEIGE
- Business
- Kauftipps!