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Achtung Autofahrer: Wiesbaden hat kein Streusalz mehr

Autofahrer müssen sich in den nächsten Tagen in Wiesbaden auf glatte Straßen einstellen. Und es könnte noch schlimmer kömmen: Auch der Splitt ist bald alle.

Wird die Wilhelmstraße zur Rutschbahn?
Wird die Wilhelmstraße zur Rutschbahn?
Foto: FR/Hoyer

Autofahrer müssen sich ab sofort auf glatte Straßen einstellen und sollten nur Schritttempo durch die Stadt fahren. Der Winterdienst in Wiesbaden hat nämlich kein Streusalz mehr. Das Lager sei bis auf eine Not-Reserve, die für Einsätze der Rettungsdienste vorbehalten ist, leer, teilte der Leiter des Winterdienstes der Entsorgungsbetriebe (ELW), Christian Engel, am Dienstag mit. Und wegen der bundesweiten Lieferschwierigkeiten erwartet Engel auch nicht den Erhalt der nachbestellten 750 Tonnen Salz.

Die Splittvorräte gehen ebenfalls zur Neige. Die 500 Tonnen der schwarzen Steinchen reichten noch für eine gute Woche, schätzt ELW-Sprecher Frank Fischer. Nachschub sei auch hier schwierig zu bekommen, da bei den Temperaturen in den Steinbrüchen nichts abgebaut werde.

In Wiesbaden wird zwar für Mittwoch kein Schnee erwartet. In der Nacht aber kommt es zu überfrierender Nässe.

Nach dem hessischen Straßengesetz sind Städte indes verpflichtet, ihre Straßen von Schnee und Eis frei zu halten, betont der Jurist Martin Grobba vom Hessischen Städte- und Gemeindebund. Der aktuelle Salzmangel und die Nachschubschwierigkeiten seien jedoch den Städten nicht anzulasten. Vielmehr hat es laut Grobba bei dem Salzhersteller Kali und Salz in Schlüchtern im Sommer Kurzarbeit und damit eine geringere Produktion gegeben. Garmisch-Partenkirchen habe sich Streusalz aus Afrika einfliegen lassen.

Finanziell klammen Kommunen sei eine solche Ausgabe aber nicht zuzumuten, sagt Grobba. Haften müssten die Kommunen erst, wenn sie nachweislich fahrlässig zu wenig Streugut geordert hätten. Das trifft für Wiesbaden laut ELW-Sprecher Fischer nicht zu: 1000 Tonnen Salz wurden beim ersten Einsatz bereits verstreut. Die Menge hatte in den Wintern zuvor dicke gereicht.

Notfalls müssen Städte Straßen sperren, so Grobba. (byb)

Datum:  12 | 1 | 2010
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