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06. April 2009

ADFC Fahrradbörse: Der Trend geht zum Zweitrad

 Von REBEKKA TEICH

Der ADFC freut sich bei seiner Fahrradbörse am Hauptbahnhof über großen Zuspruch. Deshalb sind nun weitere Termine geplant. Von Rebekka Teich

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Der neun Jahre alte Bryan traut seinen Augen nicht: ein Fahrrad mit dem Schriftzug von Michael Schumacher. "Ich will das und kein Anderes", quengelt der Bub. 85 Euro sind dem Familienvater aus Frauenstein für das acht Jahre alte Rad allerdings doch zu viel.

Vater und Sohn gehörten zu den Besuchern einer Fahrradbörse des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) im Wiesbadener Hauptbahnhof. Dort wechselten innerhalb weniger Stunden rund 100 Drahtesel ihren Besitzer. Bei den Anbietern handele es sich ausschließlich um Privatleute, sozusagen ein Verkauf "von Radler zu Radler", erläutert Thomas Fuchs, Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes Wiesbaden.

Die Besucher der Fahrradbörse verbindet laut Fuchs vor allem eines: "Sie können oder wollen für ein Rad nicht viel Geld ausgeben." Zu ihnen zählt auch der Familienvater aus Frauenstein. Solange die Kinder noch wachsen, könne er nicht dauernd ein neues Rad kaufen, bringt der Vater von vier Kindern seinen Besuch bei der Fahrradbörse auf den Punkt.

Sonntagsräder stehen im Keller

Zudem suchen laut Fuchs viele Wiesbadener ein günstiges Zweitrad für den Alltag, um es bedenkenlos in der Stadt oder am Bahnhof abstellen zu können. "Alte Räder werden selten gestohlen, und wenn doch, ist der Verlust nicht so schmerzlich", sagt er. Das gute "Sonntagsrad" warte indes im Keller auf seinen Einsatz.

Wer sich mit Fahrradkauf nicht auskenne, solle jemanden mitbringen, der beratend zur Seite steht, rät Fuchs. Das sei vor allem in Hinblick auf die Verkehrstauglichkeit wichtig. Zudem verschätzen sich viele Anbieter im Preis. "Ich gehe auch rum und gebe Tipps, aber manche beharren auf dem überhöhten Angebot", so Fuchs.

Neben Fahrrädern können auf der Börse auch Einzelteile erworben werden. Ein Hobbybastler aus Kloppenheim hat an seinem Stand eine Reihe von Teilen ausgebreitet: Von Pedalen, über Sättel bis Kettenschützern ist alles dabei. Zudem bietet er drei neu zusammengebaute Räder zum Kauf an. Alte Räder bekomme er günstig von Nachbarn oder Händlern, erzählt der 45-Jährige. In seiner Freizeit schraube er die alten Drahtesel auseinander und bestücke sie mit neuen Einzelteilen. "Was ich an Zeit und Liebe investiere, kriege ich nicht wieder raus. Aber es macht Spaß", erzählt er.

Weitere Möglichkeiten, sich von seinem alten Drahtesel zu trennen oder ein Schnäppchen zu machen, bestehen am 16. Mai und 5. September. Für die Börse an der Fahrradstation "Der Radler" im Hauptbahnhof entfallen weder Standgebühr noch Verkaufsprovision. Eine Anmeldung ist ebenfalls nicht erforderlich.

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