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Wiesbaden
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15. Juli 2013

Aktion Löwenmut : Löwen auf dem Schlossplatz

 Von Mirjam Ulrich
Bunt bemalt für einen guten Zweck.  Foto: Michael Schick

Die Initiative „Löwenmut“ wirbt mit Körperbemalung für ein Kinderhospiz in Südafrika.

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Spontan hat sie auch zum Pinsel gegriffen. Mit geübter Hand malt die Illustratorin Corinna Leibig eine Löwenschnauze auf den nackten Oberkörper von Franziska Wenzel. Die steht in aller Öffentlichkeit auf dem belebten Schlossplatz ganz still vor ihr, während Corinna Leibig dem Löwen eine rosafarbene Zunge verpasst. Eigentlich ist die 32-Jährige gekommen, um sich selbst für einen guten Zweck bemalen zu lassen: Die Initiative „Löwenmut“ des gemeinnützigen Vereins IFB Inklusion durch Förderung und Betreuung wirbt mit dieser Aktion für ihr Kinderhospiz in Südafrika.

Das Haus bietet 21 schwerstbehinderten und oft auch schwerstkranken Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren ein Zuhause. „Einige der Kinder wurden von ihren Eltern verlassen, andere von ihren Familien zu uns gebracht, weil sie so arm sind, dass sie sich die nötige Therapie und Förderung der Kinder nicht leisten können“, sagt Wolfgang Groh, der Vorstandsvorsitzende des IFB. In Südafrika gebe es Behinderungen, die man in Deutschland gar nicht mehr zu sehen bekomme. Wasserköpfe, zum Beispiel. Manche Kinder leben nur wenige Monate im IFB-Haus, weil sie sterben, andere bleiben einige Jahre.

Der laufende Betrieb kostet im Monat etwa 14.000 Euro, die Hälfte davon zahlt der südafrikanische Staat. Die andere Hälfte muss die Initiative aus Spenden finanzieren – ebenso alle Investittionen wie etwa eine Therapieschaukel oder ein Sauerstoffgerät. Groh und seine Mitstreiter sammeln in beiden Ländern. „Wir nehmen auch die Südafrikaner in die Pflicht“, versichert er.

"Wir wollen ein Vorbild sein"

Hierzulande will „Löwenmut“ noch bekannter werden, um das Neubauprojekt „Sonne“ zu verwirklichen. Unter einem Dach soll ein größeres Hospiz für 50 Kinder, die Frühförderstelle, der familienentlastender Dienst und ein Schulungszentrum entstehen. „Wir wollen ein Vorbild sein für andere Heime und zeigen, was möglich ist“, begründet Groh die Idee. Es gehe ihnen nicht darum, in Südafrika viele Heime zu eröffnen, sondern darum, andere zur Nachahmung zu motivieren und zu schulen. 800.000 Euro werden für den Neubau veranschlagt, ein Viertel davon muss der Träger selbst aufbringen, damit in Südafrika Geld dafür fließt. Darum lassen sich acht Frauen, ein Mann und ein Kind das Löwenmaskottchen der Initiative und andere afrikanische Motive auf die nackte Haut malen.

„Ich wollte schon immer einmal oben ohne auf dem Schlossplatz stehen“, scherzt Corinna Leibig, als ihre Brüste vor dem Bemalen mit Silikon eingepinselt und mit kleinen Fetzen einer Papierserviette bedeckt werden. „Die Leute wissen sonst nicht, wohin sie schauen sollen und fangen kein Gespräch mit Euch an“, erläutert Ute Lange das Prozedere. Die Künstlerin aus Stockstatt arbeitet an dem Tag honorarfrei. Sie hat selbst eine behinderte Tochter und sagte deshalb sofort zu, als „Löwenmut“ sie anschrieb.

Franziska Wenzel wiederum macht mit, weil sie mit Wolfgang Groh im Januar in Südafrika verschiedene Behindertenheime besuchte. „Es fehlt dort an allem, sogar an Windeln“, erzählt die angehende Heilerziehungspflegerin. Auch Hygiene sei schwierig zum Teil gebe es nicht einmal fließend Wasser. „Qualifiziertes Personal gibt es auch nicht, die Kinder liegen einfach unter dem Tisch.“ Im Gegensatz dazu verfüge das Kinderhospiz von „Löwenmut“ über den neuesten Standard wie behindertengerechte Badezimmer und habe alle 25 Mitarbeiter geschult.

Corinna Leibig malt ihr derweil mit schwarzer Farbe einen Löwenschwanz auf den Rücken. Auf dem Schlossplatz bleiben Passanten stehen, zücken Smartphones und fotografieren. Einige zücken auch ihre Geldbörsen, als sie hören, wofür sich die farbenfrohen „Löwen“ einsetzen.

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