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21. Juni 2011

Alter Zollspeicher: Schöner wohnen am Rheinufer

 Von Michael Grabenströer
Vor dem Umbau muss der Denkmalschutz zustimmen.  Foto: Deutsche Denkmal/Stilbruch

Noch sind keine Bauarbeiten am alten Zollspeicher und dem alten Zollamt in Biebrich erkennbar. Doch die Deutsche Denkmal AG vermarktet das historisches Gebäude schon als gute Wohnadresse.

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Grau liegen die Gebäude am Ufer. Doch hier an der Rheinfront sollen gehobene Wohnungen mit Flussblick auf die Mainzer Rheinseite entstehen. Geschaffen werden sollen auch zwei Bürger- und Vereinsräume, die als Ausstellungsräume für Künstler dienen könnten, und ein gastronomischer Bereich.

Doch noch fehlen dem Projekt Tiefgaragenstellplätze für die geplanten Wohnungen und die endgültige Zustimmung des Denkmalschutzes für die neue (Fenster-)Front des alten Zollspeichers zum Rhein.

        

Entwurf:  Wohnen im Zollspeicher mit Zollamt
Entwurf: Wohnen im Zollspeicher mit Zollamt
Foto: Deutsche Denkmal/Stilbruch

Übernommen, aber noch nicht bezahlt, wurde das Gebäude von der Deutschen Denkmal AG. Der Projektentwickler ist spezialisiert auf historische Gebäude oder Bauten, die sich einem historischen Umfeld anpassen. Die Deutsche Denkmal AG mit Sitz in der Alexandrastraße in Wiesbaden, hat den Zuschlag für den Zollspeicher und das angrenzende Zollamt von der Stadt erhalten.

Der städtische Kaufpreis soll laut FR-Bericht 2009 bei rund 500000 Euro gelegen haben. Zu welchem Preis der Komplex nun weiterveräußert wird, ist unbekannt und wird nach Angaben der Stadt wegen des privatrechtlichen Charakters der Verträge auch nicht veröffentlicht werden.

Nutzung auf Zeit

Übergangsweise waren in dem Zollareal Künstlerateliers und Gastronomie untergebracht. Allerdings war das Kunst-im-Speicher-Konzept immer für zeitlich begrenzt deklariert worden, „als Nutzung ohne Zukunft“, wie es in der Stadtverwaltung hieß.

Nun ist auf dem Areal „schöner wohnen“ angesagt. Für zahlungskräftige Kunden lockt Wohnen am Fluss mit Blick auf den Rhein und in einigen Wohnungen sogar auf Schloss Biebrich. Geplant sind, so Michael Thümmel, Marketingleiter der Denkmal AG, 13 Wohneinheiten. Mitte 2012, sagt Thümmel, soll mit dem Bau begonnen werden, 2013 ist das Haus wahrscheinlich bezugsfertig . Die Wohnungen sollen als Eigentumswohnungen verkauft werden, sind aber auch als steuerlich begünstigtes Anlageobjekt absetzbar. Zwischen 3900 Euro und 6000 Euro wird der Quadratmeter kosten, sagt Thümmel.

15 Meter vom Wasser entfernt

Das seien Preise, die nicht nur „der einmaligen Lage, sondern auch dem Niedrigenergiestatus der renovierten Wohnungen“ geschuldet sind, gibt Deutsche-Denkmal-Vorstand Thorsten Seegräber bekannt. Die Wohnungen, auf fünf Geschosse verteilt, sind rund 15 Meter von der Wasserlinie entfernt. Verkaufsprospekte für den Zollspeicher sollen ab August das Objekt bewerben.

Allerdings steht zuvor die endgültige Zustimmung des Denkmalschutzes zur Fassaden- und Fenstergestaltung aus. Außerdem müssen noch rund 20 Stellplätze für den Speicher nachgewiesen werden. Sie könnten im Bereich von Kirche und Kindergarten auf der gegenüberliegenden Straßenseite entstehen. Nutzbar erscheint vor allem der Geländevorsprung am Kindergarten. Parkplätze im Uferbereich gibt es nicht.

Im Zollamt soll es Gastronomie geben. Außerdem werden zwei Räume für Kulturveranstaltungen und Biebricher Vereine dort eingerichtet. Das ist allerdings nicht der Platz, den sich die Künstler, die sich am Rheinufer wohl gefühlt hatten, vorgestellt haben. Die Künstler könnten diese Räume jedoch auch für Ausstellungen nutzen.

Die Verhandlungen über Stellplätze und Denkmalschutz seien fortgeschritten, heißt es von Stadt und Bauherr. Der muss erst zahlen, wenn alle Genehmigungen vorliegen und das Projekt zustande gekommen ist. Die Deutsche Denkmal AG ist zuversichtlich, dass die Wohneinheiten bald an den Markt gehen können.

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