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10. März 2009

Anne Frank: Geschichte für die Jugend

 Von RALF MUNSER
Eine Seite des berühmten Tagebuchs der Anne Frank mit einem Porträt des Mädchens.  Foto: dpa

Die Oranier-Gedächtniskirche in Biebrich wird zum Museum auf Zeit. Vom 23. April an ist hier eine Ausstellung über Anne Franks Leben zu sehen. Von Ralf Munser

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Spiegelbild

Die Jugendinitiative des Aktiven Museums Spiegelgasse versucht, zeitgemäße Projekte zur deutsch- jüdischen Geschichte anzuregen. Vor zwei Jahren entstand die Jugendinitiative. Hendrik Harteman (34) war von Anfang an dabei - zuerst ehrenamtlich. Seit dem vergangenen Jahr, in dem die Stadt für zwei Jahre jeweils 40 000 Euro Zuschuss garantierte, hat er eine befristete Stelle als Jugendbildungsreferent für Spiegelbild.

Schon am Donnerstag beginnt das umfangreiche Begleitprogramm zu dem Ausstellungsprojekt "Anne Frank - eine Geschichte für heute". Mitveranstalter ist die Jugendinitiative Spiegelbild des Aktiven Museums Spiegelgasse für deutsch-jüdische Geschichte.

Gezeigt wird die Wanderausstellung über das jüdische Mädchen Anne Frank vom 23. April bis 22. Mai in der Oranier-Gedächtniskirche in Biebrich, unterstützt von einem eigens gegründeten Trägerkreis und dem Projekt "Vielfalt tut gut in Biebrich". Zudem werden rund 60 Veranstaltungen - Lesungen und Diskussionsveranstaltungen sowie Konzerte und Stadtrundgänge - angeboten. Den Abschluss bildet eine Graffiti-Aktion am 12. Juni - an dem Tag wäre Anne Frank 80 Jahre alt geworden - um eine Gedenkwand am Kinder- und Jugendzentrum AKK in der Reduit am Rheinufer zu gestalten.

Die jüdische Familie Frank floh 1934 mit ihren Töchtern Anne und Margot nach Amsterdam. Nach 1942 lebten sie versteckt in einem Hinterhaus. In diesem Jahr fing Anne Frank an, ihr Tagebuch zu schreiben. 1944 wurde das Versteck verraten. Anne Frank starb 1945 im KZ Bergen-Belsen.

"Wir wollen eine Brücke schlagen von der deutsch-jüdischen Geschichte zu heute, unter dem Blickwinkel, was eigentlich Jugendliche an Geschichte interessiert", sagte gestern Hendrik Harteman von der Initiative Spiegelbild bei der Präsentation des Programms. Insgesamt drei Monate lang dauere die Veranstaltungsreihe. Rund 30 Partner hätten sich in einem Trägerkreis zusammengetan und 60 Veranstaltungen organisiert. "Das ist schon etwas Besonderes", so Harteman. Das Anne-Frank-Projekt sei ein gutes Beispiel dafür, wie Jugendliche aktiv an der Gestaltung von Erinnerung beteiligt werden könnten.

Die Kosten schätzt Harteman auf mindestens 30 000 Euro, wobei zahlreiche Helfer und Institutionen das Projekt unentgeltlich unterstützen und für die meisten Veranstaltungen kein Eintritt gezahlt werden muss.

Die Veranstalter haben 30 Jugendliche gewonnen, vom Hauptschüler bis zum Gymnasiasten, die Schulklassen ehrenamtlich durch die Anne-Frank-Ausstellung begleiten werden. Durch den geringen Altersunterschied fänden Gespräche mit den Schülern in einer lockereren Atmosphäre statt. Als Bonus dürfen die 30 Jugendlichen in diesem Jahr an einer Fahrt nach Amsterdam zum Anne-Frank-Haus teilnehmen. "Schulklassen können sich für Führungen bereits jetzt anmelden", so Harteman.

www.annefrank-wiesbaden.de

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