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10. Dezember 2012

Armut : Viele Geringverdiener in Wiesbaden

Jeder siebte Wiesbadner arbeitet in Vollzeit und verdient doch weniger als 1900 Euro brutto.

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In der hessischen Landeshauptstadt arbeitet jeder siebte Vollzeitbeschäftigte zum Niedriglohn. Das geht aus den regionalen Daten zum Niedriglohnsektor hervor, die der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erstmals vorgelegt hat.

Im Jahr 2010 erhielten in Wiesbaden 14.422 Vollzeitkräfte nur einen Niedriglohn. Dies entsprach 15,7 Prozent aller Beschäftigten mit Vollzeitjob. Bei den Frauen waren es sogar 21,6 Prozent, also mehr als jede Fünfte. Für die Auswertung wurden in Wiesbaden die Meldungen für 90418 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer in Vollzeit einbezogen.

Laut Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zählt zu den Geringverdienern, wer in seinem Land auf weniger als zwei Drittel des durchschnittlichen Lohns kommt. 2010 entsprach das in Westdeutschland einem Monatsbrutto von 1890 Euro. In Wiesbaden betraf das gut jeden zehnten Vollzeitbeschäftigten mit Berufsabschluss.

Viele nicht qualifikationsgerecht vergütet

„Dieses hohe Niedriglohnrisiko von qualifizierten Arbeitskräften passt nicht zu den Klagen von Arbeitgebern über Fachkräftemangel“, sagt Philipp Jacks, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Es sei ein Indiz dafür, dass Beschäftigte teils im erlernten Beruf keinen Job finden oder nicht qualifikationsgerecht vergütet werden.

„Trotz Berufsabschlusses stecken sie oftmals in Jobs für Un- oder Angelernte“, sagt Jacks. Und je länger diese Situation andauere, desto weniger wert sei die erworbene Qualifikation. Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss haben ein höheres Risiko, schlecht entlohnt zu werden: Fast jeder dritte Geringqualifizierte erhält für seine Arbeit wenig Geld.

Risiko Altersarmut

Die Chancen, in besser bezahlte Jobs aufzusteigen, seien hierzulande relativ gering, so Jacks. Nach Einschätzung des DGB haben Menschen, die wenig verdienen, oftmals auch ein instabiles Arbeitsverhältnis und laufen eher Gefahr, entlassen zu werden.
Insbesondere im Dienstleistungsgewerbe ist dem Gewerkschaftsbund zufolge das Risiko einer schlechten Bezahlung überdurchschnittlich hoch.

„Der hohe Niedriglohnsektor in Wiesbaden ist auch eine Zeitbombe für künftige Altersarmut“, warnt Jacks. Wer über einen längeren Zeitraum wenig verdient, zahlt entsprechend wenig in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Private Altersvorsorge oder Rücklagen sind bei niedrigen Einkommen jedoch selten. (miu.)

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