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Wiesbaden
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05. April 2013

Attraktive Fledermaus

 Von Arne Löffel
Ein Wanderer genießt die Natur im Nerotal, das auch Teil des Naturparks Rhein-Taunus ist.  Foto: Michael Schick

Schutz des Flugsäugers soll zu mehr Geld und Besuchern verhelfen

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Bechsteinfledermaus
        

Naturschutzbund

Mit einer Flügelspannweite von 25 bis 29 Zentimetern gehört die Bechsteinfledermaus zu den mittelgroßen Arten in Deutschland. Sie wiegt zwischen sieben und 14 Gramm.

Im Standschwebeflug bewegt sie sich über den Dingen, ernährt sich so auch von Raupen und Schnecken, die sie von den Blättern pflückt.

Anspruchsvoll ist sie bei der Wahl ihrer Brut- und Schlafplätze im Sommer. Außer Baumhöhlen kommt für die Fledermausart kaum etwas in Frage. Deshalb muss sie besonders geschützt werden.

Fast jeder Wiesbadener ist schon einmal im Naturpark Rhein-Taunus gewesen: bei einem Besuch auf der Platte, einer Wanderung nach Schlangenbad, beim Wintersport in der Loipe oder einem Spaziergang im Nerotal. Dass sie sich währenddessen in einem 81000 Hektar großen Naturpark befanden, war den meisten Besuchern sicherlich nicht bewusst.

Auch der Naturpark Rhein-Taunus kann mit dem einen oder anderen Superlativ glänzen. Zum Beispiel ist er der waldreichste Naturpark in Hessen. Durch ihn schlängeln sich die letzten Etappen des Rheinsteigs, eines berühmten Wanderwegs, der historische Limes ist hier zu bewundern, es gibt Downhill-Strecken für Mountainbiker – und viele Wiesbadener wissen diese Nähe zur Natur auch zu schätzen, zählen dies zur Lebensqualität der Stadt hinzu. Schließlich beginnt die Natur in Wiesbaden genau hinter dem letzten Gartenzaun.

„Genau hier gilt es anzusetzen. Wir müssen den Naturpark wieder stärker in den Köpfen der Wiesbadener verankern. Derzeit fehlt es Wiesbaden an der nötigen Identifikation mit dem Naturpark“, sagt Wiesbadens Umweltdezernent Arno Goßmann (SPD).

Zu wenig populär

Für die große Image-Kampagne fehlt aber an allen Ecken und Enden das Geld, bei der Stadt, aber auch beim Rheingau-Taunus-Kreis. Sowohl die Stadt als auch der benachbarte Landkreis sind Mitglieder des Zweckverbands Naturpark Rhein-Taunus. 57000 Euro pro Jahr werden jeweils investiert. Dazu kommt ein Beitrag in gleicher Höhe vom Land. Den jährlichen Verbandsbeitrag aufzustocken erscheint unmöglich, weil der Rheingau-Taunus-Kreis unter den kommunalen Rettungsschirm geschlüpft ist. Hier herrscht unbedingter Sparzwang. Also muss der Naturpark mit den gut 150000 Euro Zuschuss pro Jahr auskommen.

Das klingt viel, ist es aber nicht. Laut Andreas Wennemann, Geschäftsführer der Naturpark Rhein-Taunus GmbH stehen pro Jahr und Hektar 2,70 Euro zur Verfügung. Der Naturpark Neckartal-Odenwald kann pro Hektar fünf Euro ausgeben.

Nun hat die Parkleitung eine neue Geldquelle ausgemacht. Ein kleines Säugetier kann seinen Teil dazu beitragen, dem Naturpark Rhein-Taunus zu mehr Budget und so zu mehr Popularität zu verhelfen: die Bechsteinfledermaus. Wenn das Bundesamt für Naturschutz (BfN) einem Antrag der Naturpark-Verwaltung zustimmt, kann der kleine Flugsäuger hier unter besonderen Schutz gestellt und besser erforscht werden.

Das würde auch Umweltdezernent Goßmann begrüßen. „Wir unterstützen ein Projekt für den Erhalt der Bechsteinfledermaus mit 120000 Euro, die gleiche Summe kommt vom Rheingau-Taunus-Kreis“, berichtet Goßmann. Zusammen mit den erhofften Fördermitteln des BfN stehen insgesamt fast eine Million Euro zur Ausgestaltung des Projekts zur Verfügung. „Ich bin mir sicher, dass man mit dieser finanziellen Ausstattung im Naturpark für mehr Aufmerksamkeit sorgen kann und wird“, sagt Goßmann.

Für die Anerkennung des Schutzprojekts Bechsteinfledermaus beim BfN stehen die Chancen laut Geschäftsführer Wennemann sehr gut. „Die Bechsteinfledermaus steht auf einer Liste von 40 schützenswerten Tier- und Pflanzenarten, die vom BfN veröffentlicht wurde. Diese Tiere in ihrem Verhalten und ihrer Verbreitung zu erforschen, kann den Naturschutz in ganz Deutschland voranbringen“, sagt er.

Die Popularität, die ein bundesweit anerkanntes Fledermaus-Schutzgebiet mit sich bringt, dürfte auch der Wahrnehmung des Parks in der Region nützen. „Es gilt, mit der Finanzierungszusage im Rücken umweltpädagogische Konzepte zu entwickeln, die den Park als solchen attraktiver für die Besucher machen“, sagt Wennemann. So kann es gelingen, den Park besser im Bewusstsein der Besucher zu verankern.

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