Aktuell: Zuwanderung Rhein-Main | Museumsuferfest | Ferien zu Hause | Fotostrecken | Regionale Startseite
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Wiesbaden
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Wiesbaden

17. Januar 2011

Aus dem Gericht: Fünf Schüsse im Westend

 Von Michael Grabenströer
Justitia  Foto: ddp

Obwohl er einem anderen Mann in den Oberschenkel geschossen hat, verurteilt das Wiesbadener Schwurgericht einen 53-Jährigen nur wegen illegalen Waffenbesitzes.

Drucken per Mail

Fünf Mal schoss der 53-jährige Homayun Y. am Abend des 19. Mai 2010. Ein Schuss ging in die Fensterscheibe eines Hauses. Ein Schuss durchschlug die Scheibe eines parkenden Autos. Einer durchschlug den Oberschenkel eines Mannes und blieb im anderen Oberschenkel stecken.

Die mindestens fünf Schüsse aus einer Pistole Walther PKK wertete das Gericht als Notwehr des Schützen. Neun Monate, die zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden, so lautete das Urteil des Schwurgerichts unter dem Vorsitzenden Richter Rolf Vogel. Die Strafe verhängte des Gesicht für den illegalen Besitz und den Gebrauch dieser Schusswaffe, deren Herkunft immer noch ungeklärt ist.

Um die „gerechtfertigte Notwehrlage“ zu begründen, gab Richter Vogel auch einen knappen Einblick in die Familiengeschichte des Täters mit deutschem Pass. Zwei Söhne des Mannes waren in Kassel in ein Tötungsdelikt verwickelt und wurden dort zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der 53-jährige Mann verließ Nordhessen und zog mit seiner Restfamilie nach Wiesbaden.

Als sich eine Gruppe von mindestens acht kräftigen jungen Männern auf die Suche nach seinem jüngsten Sohn machte – aus dieser Gruppe stammte der Angeschossene –, fühlte sich der Schütze bedrängt. Laut Zusammenfassung des Gerichts habe sich der Vater im Hofbereich „nicht mehr als Herr der Lage“ gesehen und aus der mitgeführten Waffe Schüsse abgegeben.

Die Zeugenaussagen des Schützen, aber auch des Angeschossenen und seiner Begleiter, wertete das Gericht als verwirrend und „nicht immer plausibel“. Trotzdem folgte es im Wesentlichen der Darstellung des Angeklagten, der durch die „Masse der auf den Hof drängenden Personen, die einen gefährlichen Eindruck machten“, beeinflusst war und unter diesem Eindruck handelte.

„Er schoss, um Angst einzujagen“, hieß es in der Urteilsbegründung. Staatsanwalt Wolf Jördens hatte wegen versuchten Totschlags auf fünf Jahre Freiheitsentzug plädiert. Und selbst die Verteidigung des Angeklagten hatte Notwehr nicht geltend gemacht.

70 Jahre Frankfurter Rundschau - unser Online-Dossier zum Jubiläum.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Auf dieser Seite lesen Sie Nachrichten aus Wiesbaden. Aus der Nachbarschaft informieren wir auf den Seiten über die Stadt Mainz und den Main-Taunus-Kreis.

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Regionale Startseite

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Anzeigenmarkt
Mainz

Frankfurt und Rhein-Main kompakt auf einen Blick - auf Wunsch auch als Ihre Startseite.

Twitter
Top Stellenangebote

Anzeige

Anzeige

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Spezial

Filmhaus, Filmarchiv und Festivals wie "GoEast" und "Exground" - Wiesbaden mausert sich wieder zur Kinostadt.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

ANZEIGE
- Partner