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Wiesbaden
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06. Februar 2009

Ausstellung: "G.I. Blues" in der Landeshauptstadt

 Von GABY BUSCHLINGER
Die Elvis-Ausstellung im Rathaus-Foyer.  Foto: FR/Schick

Wichtigster Mann im Rathaus ist derzeit nicht der Oberbürgermeister, sondern Elvis Presley. Im Foyer ist eine Ausstellung über die Militärzeit des King of Rock'n'Roll in Deutschland zu sehen.

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Filmabend

Am Samstag, 14. Februar, zeigt das Caligari, Marktstraße 9, zwei Elvis-Filme: Um 20 Uhr läuft "Das ist Elvis" (Eintritt 6 Euro), um 22.30 Uhr folgt "Café Europa" (Eintritt frei).

Wichtigster Mann im Rathaus ist - nein, nicht der Oberbürgermeister - sondern Elvis Presley. Jedenfalls noch bis zum 27. Februar, denn so lange steht im Foyer die Ausstellung "Elvis Presley in Germany". Und der King of Rock'n'Roll läuft OB Helmut Müller glatt den Rang ab: Der Mann mit der pomadisierten Haartolle zieht derzeit scharenweise Besucher ins Rathaus.

Von Oktober 1958 bis März 1960 leistete der Weltstar in Friedberg seinen Militärdienst und machte in seiner Freizeit etliche Abstecher in die Landeshauptstadt, unter anderem in den Eagle-Club im Weißen Haus in der Paulinenstraße. Die Historiker John Provan und Peter Heigl haben die Schau zusammen mit dem Projektbüro Stadtmuseum Wiesbaden auf die Beine gestellt.

Zu sehen gibt es viele Devotionalien, die Elvis-Fans bestaunen können. Die meisten Objekte stammen von dem Elvis-Presley-Verein Bad Nauheim-Friedberg, der seine besten Stücke gerne ausstellt. Darunter befindet sich der originale Friseurstuhl samt Waschbecken von Karl-Heinz Stein, der dem "King" regelmäßig einen Militärhaarschnitt verpasste. Gezeigt wird auch die Uniform des Briefträgers Franz Kössler, der Elvis seine Fanpost zustellte - bis zu 20.000 Briefe pro Woche.

Viele Objekte hat auch Elvis' vermutlich treuester Fan aus der Friedberger und Bad Nauheimer Zeit beigesteuert. Claus-Kurt Ilge war damals 16 und verfolgte sein Idol auf Schritt und Tritt. Zum Abschied hat Elvis ihm seinen Plattenspieler und sein Tonbandgerät geschenkt. Nicht mehr vorhanden ist indes ein Autogramm, dass der "King" auf Ilges Lederjacke geschrieben hatte. Diese "Schmiererei" hatte Ilges Mutter augenblicklich mit dem Bimsstein entfernt, erzählt der Rentner. Die ältere Generation hatte für Elvis "Negermusik" eben nichts übrig.

Wiesbaden verbindet mit Elvis unter anderem der Film "G.I. Blues" (deutsch: Café Europa). Darin stellt Elvis einen - natürlich singenden - Soldaten dar, der einen Teil seiner Militärzeit in Deutschland verbringt. Und obwohl alle Außenaufnahmen an Originalschauplätzen wie am Rheinufer in Biebrich, am Mauritiusplatz vor dem Café Europa und am Hauptbahnhof gedreht wurden, stand Elvis in Wiesbaden nie vor einer Kamera. Dem Weltstar waren während seines Militärdienstes Dreharbeiten und Konzerte verboten, weiß der Vorsitzende des Elvis-Presley-Vereins, Jürgen Muth.

Dass Elvis in dem Film trotzdem in Biebrich an Bord eines Schiffes geht oder auf dem Mauritiusplatz vor dem Karzentra (heute Karstadt) steht und ins Café Europa will, liegt daran, dass er gedoubelt worden ist. Nach seiner Rückkehr wurden dann Aufnahmen mit dem echten Elvis in Hollywood gemacht und in den Film hinein geschnitten.

Der Renner der Ausstellung ist allerdings nicht das nachgebaute Zugabteil eines Personenzuges des US-Militärs, mit dem Elvis nach Friedberg tuckerte. Der Renner bei den Ausstellungsbesuchern ist eine Juke-Box, aus der Elvis für einen Euro drei seiner Songs schmachtet. Fasziniert beobachten Besucher, wie der Roboterarm drei Schellack-Platten aus dem Regal holt und abspielt. Kein Wunder, dass Elvis mehr Leute ins Rathaus zieht, als der eigentliche Rathauschef: Der King schlägt eben ganz andere Töne an.

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