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12. Februar 2016

Ball des Sports in Wiesbaden: Ball des Sports spaltet die SPD

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Ein Highlight dieses Jahr: das Wasserball-Ball-Ballett.  Foto: dpa

Braucht Wiesbaden den Ball des Sports, der die Stadtkasse mit 400 000 Euro belastet? Die SPD scheint in der Frage gespalten, was die CDU verwundert.

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Auch nach dem jüngsten Ball des Sports im Wiesbadener Kurhaus wird die Debatte über Sinn und Unsinn der Charity-Party mit Inbrunst weiter geführt. Die jährlich von der Deutschen Sporthilfe veranstaltete Gala sammelt Geld zur Unterstützung bedürftiger Spitzensportler, eine Dreiviertelmillion soll dieses Mal zusammengetragen worden sein.

Dass die Party überhaupt in Wiesbaden gefeiert wird, werten die einen als vollen Erfolg, die anderen als Vollkatastrophe. Der Ball des Sports kostet die Stadt einen jährlichen Zuschuss von 400 000 Euro, 200 000 Euro kommen zusätzlich aus den Einnahmen der Wiesbadener Spielbank.
Ein Gutteil des Geldes, das an die Spitzensportler weitergereicht wird, kommt also aus der Wiesbadener Stadtkasse. Der Rest wird bei den Partygästen eingesammelt, deren Eintrittskarten 1200 Euro pro Nase kosten und in deren Eintrittsgeld die Spendenbereitschaft vom Veranstalter vorweggenommen wird.

Ball auf den Prüfstand stellen

Angesichts der Tatsache, dass die Stadt Wiesbaden einen defizitären Haushalt mit schweren Einschnitten in allen relevanten Bereichen des sozialen Lebens verabschiedet hat, halten die Grünen in Wiesbaden den Ball des Sports geradezu für provokant. Es sei ein Unding, über die Schließung von Schwimmbädern zu debattieren, dann aber ein 25-Meter-Becken in der Ball-Arena aufbauen zu lassen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Längst sind es nicht mehr nur die Grünen und die Linken, die unverhohlen gegen das alljährliche Schaulaufen bei Hummerhäppchen im Kurhaus wettern, das vom Veranstalter als die größte Charity-Veranstaltung Deutschlands gepriesen wird. Auch die SPD will laut einem Facebook-Post ihres Fraktionsgeschäftsführers Dennis Volk-Borowski noch einmal in sich gehen, ob das finanzielle Engagement der Stadt angemessen ist. „Wir werden den Ball des Sports auf den Prüfstand stellen müssen. Besonders, weil die Finanzlage der Stadt so ist, wie sie ist“, schreibt Volk-Borowski.

Der wohl größte Fan des Ball des Sports ist – gewiss auch qua Amtes – Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich. Der Sozialdemokrat hatte auf der Pressekonferenz im Vorfeld zum Ball des Sports angekündigt, den im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag zwischen der Stadt Wiesbaden und der Deutschen Sporthilfe um weitere zehn Jahre verlängern zu wollen. Man befinde sich „in guten Gesprächen“, so das sichtlich erfreute Stadtoberhaupt vor der Presse.

Diese innerparteiliche Zerrissenheit der SPD bringt den Koalitionspartner CDU auf den Plan, der sich in einer Pressemitteilung über die „Spaltung der SPD“ wundert. Die Stadtverordnetenversammlung habe schließlich beschlossen, den Verbleib des Balls des Sports in Wiesbaden für die Jahre 2018 bis 2027 vertraglich zu sichern. „Plötzlich“, so Pressesprecher Jörg Martini, werde dieser Parlamentsbeschluss „einseitig von Teilen der Sozialdemokratie aufgekündigt“.

Keine zusätzlichen Übernachtungen

Die Befürworter des Ball des Sports, zum Beispiel Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel (CDU), argumentierten in der Vergangenheit vor allem mit der „Umwegrentabilität“: Der hohe Zuschuss der Stadt sei gerechtfertigt, weil der Ball auch wieder Geld in die Stadt bringe, zum Beispiel in Form von Hotelübernachtungen. Auf Anfrage teilt der „Schwarze Bock“ mit, dass es „nicht so voll“ wie an anderen Wochenenden gewesen sei.

Auch der „Nassauer Hof“ meldet „etwas geringere“ Auslastung. Das Dorint-Hotel meldet ein leichtes Plus, lediglich das „Hotel Oranien“ war nach eigenen Angaben „besonders voll“. Christian Bachmann, Spitzenkandidat der Freien Wähler in Wiesbaden, berichtet der FR, dass ein Bekannter von ihm einen Shuttleservice betreibe, der beim Ball des Sports im Einsatz gewesen sei. Die meisten Fahrten hätten vom Kurhaus aus zu den Hotels in Frankfurt und am Flughafen geführt.

Kurhaus-Chef Markus Ebel-Waldmann möchte hingegen am Ball des Sports festhalten. Bei einer derart großen Veranstaltung habe das Team des Veranstaltungshauses die Gelegenheit, Entscheidern aus Wirtschaft und Gesellschaft das eigene Können zu präsentieren. Der Werbeeffekt sei geradezu unbezahlbar, so Ebel-Waldmann auf der Pressekonferenz zum Ball des Sports.

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