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19. Februar 2014

Baugebiet Hainweg: Hainweg-Investor will aussteigen

 Von Arne Löffel
Freie Sicht über das Rhein-Main-Gebiet: Noch ist die Finanzierung des Baugebiets Hainweg völlig unklar.  Foto: ROLF OESER

Die SWM Projektgesellschaft bestätigt die sich anbahnende Trennung von der WR Holding. Die Trennung könnte finanziell für die Stadt Wiesbaden und die Projektgesellschaft fatale Folgen haben

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Rund um das Baugebiet Hainweg in Nordenstadt brodelt die Gerüchteküche. Die Stadt möchte auf dem 21 Hektar großen, bisher landwirtschaftlich genutzten Areal Wohnbebauung realisieren. Mit der Umsetzung wurde die privat geführte SWM Projektgesellschaft beauftragt.

Seit der Präsentation der Pläne im Frühsommer 2013 ist am Hainweg nicht viel passiert. Um genau zu sein: gar nichts. Die bisherigen Grundstückseigentümer warten bis heute auf ihr Geld und der SWM Projektgesellschaft fehlen offenkundig die Mittel, um das gegebene Zahlungsversprechen an die Eigentümer einzuhalten und das Areal zu bebauen.

Reine Spekulation

Um an Geld zu kommen, hat der SWM-Geschäftsführer Bernd Scherer im vergangenen Jahr den Investor Wolfram Richter mit seiner Firma WR Holding ins Boot geholt. Richter soll 80 Prozent der SWM Projektgesellschaft übernommen haben. „Der SWM stehen die notwendigen Mittel zur Durchführung des Projekts zur Verfügung“, verkündete Scherer noch in einer Pressemitteilung vom 8. November 2013. Bis Weihnachten, so Scherer damals, würden die Grundstückseigentümer ihr Geld bekommen.

Doch die haben bis heute mehrheitlich kein Geld gesehen. Die Hinweise verdichten sich, dass der Grund hierfür ein Ausstieg der WR Holding aus dem Projekt ist. Das Gerücht, die WR Holding sei schon vor zwei Wochen aus der SWM Projektgesellschaft ausgestiegen, wird zwar von Scherer gegenüber dieser Zeitung dementiert. Was Scherer allerdings berichtet: Er habe bereits seine Unterschrift unter einem Vertrag geleistet, der eine Trennung der SWM Projektgesellschaft und der WR Holding zur Folge habe. Ob Scherers Vertragspartner Wolfram Richter diesen Vertrag ebenfalls unterzeichnet hat oder das jemals tun wird, ist derzeit reine Spekulation. Richter ist in dieser Angelegenheit über sein Büro nicht zu erreichen.

Die Folgen der Trennung von Scherer und Richter sind fatal – für die SWM Projektgesellschaft, aber auch für die Grundstückseigentümer und die Stadt Wiesbaden. Sollte Richter tatsächlich das Weite suchen oder bereits gesucht haben, verlässt sein Kapital die SWM Projektgesellschaft. Scherer steht also wieder mit genauso leeren Taschen da wie gegen Ende des Jahres 2013. Das Areal kann nicht bebaut werden. Wie es weiter geht, ist unklar: Das Stadtplanungs- und Baudezernat weiß nach eigenen Angaben noch gar nichts von einem Ausstieg der WR Holding bei der SWM Projektgesellschaft. Auch Andreas Guntrum, Geschäftsführer der städtischen Bauentwicklungsgesellschaft SEG möchte sich hierzu nicht äußern.

Fristgerechte Anzahlung

Guntrum begründet sein Schweigen damit, dass die SEG als Dienstleister agiert: Scherer habe die SEG mit der Entwicklung der Pläne betraut. Diesen Job habe die SEG seit vergangenem Jahr erledigt. Die SEG sei zudem noch über eine Tochterfirma im Hainweg engagiert: Die Tochter halte zehn Prozent der Grundstücke und für diese Grundstücke seien die mit den Eigentümern vereinbarten Anzahlungen auch fristgerecht geleistet worden, sagt Guntrum dieser Zeitung.

Schon vergangene Woche wies die Bürgerliste Wiesbaden (BLW) darauf hin, dass sich ein Ausstieg der WR Holding aus dem Projekt ankündige. Vor diesem Hintergrund kritisiert der BLW-Vorsitzende Michael von Poser, dass die Stadt das Projekt überhaupt einem Investor überlassen habe und nicht selbst in die Entwicklung eingestiegen sei. Zudem müsse geklärt werden, warum ausgerechnet die SWM Projektgesellschaft mit der Entwicklung betraut wurde.

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