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03. Dezember 2012

Bürgerpreis Engagierte Unternehmen: Kreativ und sozial engagiert

 Von Mirjam Ulrich
Thilo von Debschitz und Laurenz Nielbock erweitern mit ihrer Arbeit ihren Horizont. Foto: Renate Hoyer

Die Wiesbadener Designagentur Q ist für den Deutschen Bürgerpreis 2012 in der Kategorie „Engagierte Unternehmer“ nominiert. Name aus „James Bond“

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Sie sammeln Preise wie manch andere Leute Briefmarken: In der Wiesbadener Designagentur Q hängen und stehen mehr als 50 nationale und internationale Auszeichnungen. Dennoch betrachten die beiden Geschäftsführer Thilo von Debschitz und Laurenz Nielbock ihren nächsten Preis als etwas Besonderes. In der Kategorie „Engagierte Unternehmer“ sind sie für den Deutschen Bürgerpreis 2012 nominiert. Ihre kleine Agentur an der Sonnenberger Straße steht damit bereits als einer von drei Preisträgern fest. Der größte bundesweite Ehrenamtspreis, um den sich 1000 Projekte bewarben, wird am 10. Dezember in Berlin vergeben.

„Die Auszeichnung honoriert unsere kreative Arbeit und unsere Philosophie“, sagt Thilo von Debschitz. Gemeinsam mit ihrem Team von neun fest angestellten Mitarbeitern arbeitet die Agentur honorarfrei für den Hospizverein Auxilium, die psychosoziale Krebsberatungsstelle „Reden ist Gold“, den Verein Kinderträume und die Freunde junger Musiker. Für die beiden Kreativen ist solches Engagement selbstverständlich: „Welchen vernünftigen Grund gäbe es für Unternehmer, sich um ihre gesellschaftliche Verantwortung zu drücken?“, fragt von Debschitz. Und Laurenz Nielbock ergänzt: „Wir können helfen, warum sollen wir es nicht innerhalb unserer Möglichkeiten tun?“

Gestalterische Freiheit

Beide finden, dass es sie selbst bereichert, denn es erweitere den eigenen Horizont. Die Zusammenarbeit mit den Organisationen entstand jeweils durch private Kontakte. So ließ sich beispielsweise Thilo von Debschitz’ Mutter vom Hospizverein als Sterbebegleiterin ausbilden – in Folge dessen boten der Sohn und sein Geschäftspartner ihre kreative Unterstützung an. Beim ehrenamtlichen Engagement gilt nur eine kleine Regel: gestalterische Freiheit. Denn die Arbeit soll allen Beteiligten Freude bringen.

Ihr erstes soziales Projekt gestalteten Thilo von Debschitz und Laurenz Nielbock schon während ihres Design-Studiums an der damaligen Fachhochschule Wiesbaden. Dort lernten sie sich 1986 kennen und merkten in der Zusammenarbeit sehr bald, dass sie auch privat harmonierten. „Wir sehen uns häufiger als unsere Ehefrauen“, erzählt Nielbock.

Der Tüftler Q

Nach dem Studium arbeiteten beide in Designagenturen in den USA und in verschiedenen deutschen Werbeagenturen. Doch die Atmosphäre in den deutschen Agenturen gefiel ihnen beiden nie, sagt Nielbock. Wo Angst und Druck herrschen oder Mitarbeiter ausgelaugt seien, könne niemand wirklich kreativ sein, fügt von Debschitz hinzu.

1997 gründeten sie daher ihre eigene Agentur. „Wir wollten eine Unternehmenskultur schaffen, in der sich alle wohlfühlen.“ Das gelte auch für die Kunden, denn nur dann bleiben sie. Schließlich gebe es keine langfristigen Verträge, die Arbeit laufe stets projektbezogen. Der Name der Agentur geht auf James Bonds Quartiermeister, den Tüftler Q, zurück. Er sei kurz und funktioniere international, sagt von Debschitz. Außerdem sei Q ein seltener und typographisch sehr schöner Buchstabe, ergänzt der gelernte Schriftsetzer Nielbock. „Auch wir tüfteln für unsere Kunden – wir kümmern uns um deren Erscheinungsbild und lösen Kommunikationsaufgaben.“

Gutes Design dränge sich nicht in den Vordergrund, sondern habe eine Aufgabe zu erfüllen, nämlich die der strategischen Idee dahinter, erläutert von Debschitz. Zugleich halte es die Balance zwischen Information und Emotion.
Das setzt die Agentur Q so erfolgreich um, dass sie schon wieder für einen Preis nominiert ist: den German Design Award 2013.

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