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08. Februar 2014

Busfahrer in Wiesbaden: Neue Vorwürfe

Busfahrer aus Wiesbaden zeigen den Geschäftsführer der beiden Wiesbadener Busgesellschaften Wibus und Eswe Uwe Cramer an. Cramer werden Manipulationen bei der Wahl zum Vorsitzenden vorgeworfen.

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Wiesbaden –  

Die Negativschlagzeilen um den Geschäftsführer der beiden Wiesbadener Busgesellschaften Wibus und Eswe Verkehr, Uwe Cramer, reißen nicht ab. Bereits seit geraumer Zeit ermittelt die Wiesbadener Staatsanwaltschaft gegen Cramer wegen des Verdachts der Untreue: Wie berichtet, hatte er im vergangenen Jahr eine Einmalzahlung in Höhe von je 300 Euro an alle Mitarbeiter der Eswe Verkehr auszahlen lassen. Jetzt werden neue Vorwürfe gegen Cramer laut.

Weitere Anzeigen erstattet

Der Wibus-Mitarbeiter Christoph von Küster hat im Namen der Nahverkehrsgewerkschaft (NahVG) Anzeige erstattet, da Cramer die Wahl zum Vorsitzenden des Betriebsrates der Eswe Verkehr manipuliert haben soll. Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft Wiesbaden, Hartmut Ferse, werde die Anzeige im Zuge der Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue berücksichtigt. Ferse zufolge lägen noch weitere Anzeigen gegen Cramer vor. Ob es zu weiteren Ermittlungen aufgrund der neuen Vorwürfe komme, sei nicht klar.

Erst Ende Januar hatte Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) eingegriffen und Cramer aus der Schusslinie genommen. Zuvor war der Vorwurf erhoben worden, Cramer sei mit Wibus aus dem Landesverband Hessischer Omnibusunternehmen (LOH) ausgestiegen – eigenmächtig, ohne Aufsichtsrat oder Rathaus zu informieren. Gerich reagierte und kündigte an, dass sich Cramer künftig nur noch ums Tagesgeschäft kümmern solle.

Eigentlich war Cramer zum Doppel-Geschäftsführer Wibus und Eswe ernannt worden, um die Vereinheitlichung der Betriebe voranzutreiben. Das will Gerich nun einem externen Manager überlassen.

Nicht nur Grünen-Vorsitzende Christiane Hinninger hatte daraufhin Cramers Rücktritt gefordert, dessen Vertrag läuft noch bis 2018 läuft. Auch die Unabhängigen und Freien Wähler (UFW) fordern einen Neuanfang im Wiesbadener ÖPNV. „Herr Cramer sollte sich ernsthaft überlegen, von selbst die Bühne zu verlassen“, schreibt UFW-Chef Veit Wilhelmy in einer Pressenotiz.

Seine Fraktion hatte die Anzeige der NahVG zum Anlass genommen, um eine schriftliche Anfrage an den Magistrat zu stellen. Die Fraktionsmitglieder wollten unter anderem wissen, wie der Magistrat diese neuen Vorwürfe bewertet und damit umgehen will. Zudem wurde die Frage nach möglichen Konsequenzen gestellt.

UFW stellte Anfrage

Diese Anfragen hatte die Fraktion auch im Internet veröffentlicht, was eine Unterlassungserklärung des Betriebsrates von Eswe Verkehr nach sich zog. Die Vorwürfe seien „aus der Luft gegriffen oder allenfalls auf unzuverlässige Quellen gestützt, die einer Überprüfung nicht standhalten würden“, heißt es in dem Schreiben der Anwältin. Doch auf diese Erklärung reagiert hat die UFW bislang noch nicht. Auch gestern konnten die Anfragen noch auf der Homepage der Fraktion nachgelesen werden. uf

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