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CDU-Vorstoß: Eine Ruhestätte für Waldi, Hansi & Co

Die Wiesbadener CDU fordert einen Tierfriedhof für die Landeshauptstadt. Private Beerdigungen sind nicht immer möglich. Von Corinna Höfel

Vorbild für Wiesbaden? Tierfriedhof in Weimar.
Vorbild für Wiesbaden? Tierfriedhof in Weimar.
Foto: ddp

Die CDU-Fraktion im Rathaus möchte einen eigenen Tierfriedhof für Wiesbaden. Ein entsprechender Antrag sei bereits in Vorbereitung, so die umweltpolitische Sprecherin der CDU, Marion Petri. Sie hoffe, noch bis Ende dieses Jahres "zu einem eindeutigen Meinungsbild im Ausschuss" zu gelangen.

"Viele Wiesbadener wünschen sich einen Tierfriedhof", glaubt Petri. Einen schönen, ruhigen Ort für die verstorbenen Pudel, Wellensittiche oder Kaninchen. Bereits vor zwei Jahren habe die CDU-Fraktion die ersten Anfragen diesbezüglich erhalten. Jedoch wollte man erst abwarten, inwieweit die Zuschriften repräsentativ seien damals seien es nur vereinzelte Briefe älterer Menschen gewesen.

Vorbild Frankfurt

Im Stadtteil Rödelheim in Frankfurt gibt es einen funktionierenden Tierfriedhof, der folgende Preise berechnet:

Mittleres Grab (Katze oder kleiner Hund): 235 Euro Pacht für 3 Jahre; Einzelbestattung (Katze oder kleiner Hund): 80 Euro; Grabrahmen aus Holz: 70 Euro.

Anonyme Sammelbestattung (Katze): 75 Euro; anonyme Sammelbestattung (Hund): 150 Euro; anonyme Einzelbestattung (Katze): 150 Euro; anonyme Einzelbestattung (Hund): 250 Euro.

Schlüssel für Friedhofsgelände: 10 Euro; Grabpflege: 40 Euro pro Jahr.

Um sich erst einmal genauer über das Vorhaben zu informieren, besuchten Petri und weitere Politiker der Wiesbadener CDU-Rathausfraktion jetzt den Frankfurter Tierfriedhof in Rödelheim. Seit 1996 werden hier Haustiere bestattet, Betreiber ist der Tierschutzverein Frankfurt und Umgebung.

"Am Anfang gab es einen regelrechten Boom", sagt Friedhofs- Geschäftsführerin Bärbel Wegener. Mittlerweile wurden mehr als 3000 Tiere unter die Erde gebracht, monatlich kämen rund zehn Tiere dazu. Laut Wegener finden vor allem die "typischen Haustiere" wie Hunde, Katzen oder Vögel ihre letzte Ruhestätte in Rödelheim. Aber auch eine Ratte liege irgendwo auf dem Gelände.

Für größere Tiere wie Pferde sei ein Tierfriedhof aber nicht geeignet, Schlachtbetriebe oder Tierbeseitigungsanstalten seien dafür zuständig. Auch das Tierheim in Wiesbaden lässt seine Tiere auf diese Weise beseitigen.

Die Herrchen und Frauchen, die ihre Haustiere in Rödelheim beerdigen, müssen die Gräber für mindestens drei Jahre pachten. Im Preis inbegriffen sei eine Bestattungszeremonie, der Grabstein könne individuell gestaltet werden. Auch anonyme Bestattungen seien möglich. Allerdings bekämen diese Kunden keinen Schlüssel für das Gelände und könnten somit Bello und Wuffi nach der Bestattung nicht mehr besuchen, um ihnen Blumen aufs Grab zu legen. Der Tierfriedhof Rödelheim sei so gefragt, dass er sich über die Einnahmen finanzieren könne, sagt Wegener.

Ist der geliebte Terrier oder Dackel verstorben, können ihn die Besitzer auch im eigenen Garten wenn vorhanden begraben. Dies ginge aber nur, wenn sich das Privatgrundstück nicht in einem Wasserschutzgebiet befinde, sagt eine Sprecherin des Veterinäramtes Wiesbaden. Des Weiteren dürfe kein Tollwutverdacht vorliegen und die Grabstätte müsse von einer mindestens einen halben Meter hohen Erdschicht bedeckt sein. Sonst drohen Bußgelder von bis zu 25 000 Euro.

CDU-Sprecherin Marion Petri findet den Rödelheimer Tierfriedhof beispielhaft. Eine solche Begräbnisstätte in Wiesbaden anzubieten passe auch zu einer Stadt, die "bunt sein will und nicht langweilig". Petri selbst habe als Jugendliche ihre Vögel im Garten beerdigt, einen jeden mit einem persönlichen Grabstein. "Doch nicht jeder Einwohner Wiesbadens hat das Glück, einen eigenen Garten zu besitzen", sagt Petri. Und Tiere im Feld oder im Wald zu begraben, das ist verboten.

Auch die SPD-Opposition ist grundsätzlich für einen Tierfriedhof in Wiesbaden. Klaus Ries vom Umweltausschuss versteht die Trauer der Tierbesitzer: "Es ist, als wäre der Lebenspartner abhanden gekommen." Skeptisch sieht er lediglich die Standortfrage, denn die Nachbarschaft dürfe vom Friedhof nicht beeinträchtigt werden. Es müsse somit also erst einmal ein geeignetes Areal gefunden werden, bevor die Planung voranschreiten könne.

Autor:  Corinna Höfel
Datum:  28 | 7 | 2009
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