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Schlachthof: Durststrecke steht bevor

Das Management des Kulturzentrums Schlachthof muss für die Zeit der Sanierung eine Lösung für Personal und Einnahmeausfälle finden. Kulturdezernentin Rita Thies stellt eine Finanzhilfe in Aussicht.

        

Carsten Schack (l.) und Gerhard Schulz   befürchteten das Aus.
Carsten Schack (l.) und Gerhard Schulz befürchteten das Aus.
Foto: Müller

Mit großer Zustimmung und einem „Endlich“ nimmt das 15-köpfige Team des Kulturzentrums Schlachthof die Entscheidung des Magistrats zur Kenntnis. Für eine Sanierung in zwei Schritten sollen mehr als 7,6 Millionen Euro bewegt werden.

Im Graffiti-bemalten und schon deshalb auffällig herausgehobenen Kulturzentrum Schlachthof, das gerade von Sichtblenden und Absperrungen für das Folklorefestival verstellt wird, hätte man sich auch mit einem Neubau anfreunden können. Auf jeden Fall war ein Neubau noch in den letzten Tagen ins Spiel gebracht worden, von den Grünen und der SPD. Auch Schlachthof-intern hatte man über das Thema nachgedacht.

Zum 1. November war das Aus für die große Veranstaltungshalle angekündigt, die rund 2000 Personen fasst. Damit war für die beiden Schlachthof-Geschäftsführer Carsten Schack und Gerhard Schulz klar, dass Entscheidungen fallen mussten. Entscheidungen über das Personal, Entscheidungen über Veranstaltungen. „Wir haben Angebote von Agenturen und Bands abgelehnt wegen der Ungewissheit, wie es weiter geht“, berichten Schack und Schulz. Kleine Veranstaltungen in der alten Räucherkammer können noch stattfinden oder Konzerte, für die andere Hallen gebucht werden, weil auch der große Saal im Schlachthof zu klein wäre.

Doch Programme aussetzen war nur die eine Seite. Auf der anderen Seite ging es auch darum, was mit den Mitarbeitern passiert. Erste Vorgespräche, so bestätigen die Geschäftsführer, mit dem Arbeitsamt seien bereits geführt worden.

Denkbar wäre zum Beispiel Kurzarbeit für das qualifizierte Personal, das mit dem Veranstaltungsmanagement spezialisierte Fachkenntnis erworben hat. Nicht alle im Team haben einen Vollzeitjob, aber manche arbeiten trotzdem Vollzeit. Der Schlachthof erfordert Engagement und Einsatz, um den Betrieb am Laufen zu halten.

Den Schlachthof-Betrieb drücken noch Altlasten, die sich auf eine Viertelmillion Euro zubewegen könnten. Das ist auch durch die Finanzkrise bedingt, die sich auf das alternative Schlachthofpublikum ausgewirkt habe. Weniger Besucher seien gekommen, weniger Einnahmen geflossen, aber auch weniger Getränke umgesetzt worden.

Bedingt durch die Zwangsspielpause durch die nun sehr wahrscheinlich werdenden Sanierungsarbeiten rechnet das Schlachthofmanagement mit einer weiteren finanziellen Durststrecke. Dabei helfe auch der bisherige Überbrückungskredit von 80.000 Euro nicht viel weiter.

Kulturdezernentin Rita Thies kündigte nach der Magistratssitzung am Dienstag an, dass sie eine Lösung für die Zwischenfinanzierung des Kulturzentrums auf den Weg bringen werde. Einen entsprechenden Vorschlag werde sie in der nächsten Magistratssitzung unterbreiten. Damit könnten auflaufende Betriebskosten während der Sanierung abgefedert werden, hoffen Carsten Schack und Gerhard Schulz.

Autor:  Michael Grabenströer
Datum:  25 | 8 | 2010
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