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European Business School: "Zuschuss für alle"

Die Stadt Wiesbaden und das Land wollen der privaten European Business School einen 25-Millionen-Zuschuss gewähren. Das hat auf FR-Online eine intensive Debatte angeregt. Diskutieren Sie mit!

Studenten an der European Business School in Oestrich-Winkel.
Studenten an der European Business School in Oestrich-Winkel.
Foto: dpa

Die private Fachhochschule European Business School (EBS) will in Wiesbaden einen juristischen Zweig aufbauen, um den Status einer Universität zu erhalten. Das könne sie nur mit einem staatlichen Zuschuss von 25 Millionen Euro, den Land und Stadt auch zahlen wollen. Unsere Berichterstattung hat zu einer lebhaften Diskussion auf der Internetseite FR-online.de/wiesbaden geführt. Hier einige Auszüge:

"Joachim" (3. April): "Stadt und Land geben an die EBS 25 Millionen Euro. Bei 1200 EBS-Studenten macht das pro Student 20 833,33 Euro. An der FH Wiesbaden studieren 8800 Studenten. Um die Benachteiligung gegenüber der EBS auszugleichen, müsste die FH Wiesbaden von Stadt und Land 183,3 Millionen Euro erhalten."

"Jens" (28. März): "Einerseits wird damit argumentiert, dass nur Vermögende sich den Zugang zur EBS leisten können. Dies setzt voraus, dass es keine alternativen Finanzierungsquellen gibt, etwa ein Stipendiensystem oder Bildungskredite. Das Fehlen solcher Instrumente wurde nicht dargelegt. Andererseits: Ohne staatlichen Zuschuss finanzieren die Studenten der EBS die Kosten der eigenen Ausbildung allein und die der Studenten an öffentlichen Unis über Steuern mit. Das ist eine Gerechtigkeitslücke, die sich nur durch einen unterschiedslosen staatlichen Zuschuss für alle Studienplätze (ob öffentlich oder privat) lösen lässt."

"Chris 1980" (25. März): "Was macht es schon für einen Unterschied bei welcher Institution Bildung mit staatlichen Mitteln gefördert wird? Uni ist Uni, privat oder öffentlich macht doch heute kaum noch einen Unterschied. Öffentliche Unis finanzieren sich auch zu einem guten Teil aus privaten Geldern, warum sollten private nicht auch Geld aus staatlichen Töpfen bekommen? In Bildung zu investieren ist nie falsch, insbesondere wenn man bedenkt, für was der Staat sonst sein Geld ausgibt. Würde es Privatunis nicht geben, müsste das Land Hessen ja immerhin einige Hundert Studienplätze mehr zur Verfügung stellen."

"Jojo" (23. März): " Dass die Wissenschaft von der Wirtschaft unabhängig sein muss, haben wohl die Hüter der Stadtkasse nicht begriffen. Wie soll denn zum Wohl der Kenntnis- und Wissensgewinnung geforscht werden, wenn hinter der ganzen Institution ein privater Träger sitzt, der mit wirtschaftlichen Zielen handelt und nicht aus "Goodwill" und Interesse an Wissenschaft eine Uni betreibt?"

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Datum:  8 | 4 | 2009
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