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Federal-Mogul in Wiesbaden: Beschäftigte legen Produktion lahm

Die Beschäftigten beim Autozulieferer Federal Mogul wehren sich gegen ihren Rauswurf. Der größte Arbeitgeber Wiesbadens will fast jede vierte Stelle streichen. Von Ralf Munser

Mitarbeiter von Federal Mogul demonstrieren - Aufnahme aus dem März.
Mitarbeiter von Federal Mogul demonstrieren - Aufnahme aus dem März.
Foto: FR / Schick

Mit einem Warnstreik haben Beschäftigte des Automobilzulieferers Federal-Mogul heute gegen geplanten Stellenabbau am Standort Wiesbaden protestiert. "Die Beteiligung war überwältigend", sagte IG Metall-Sprecher Michael Erhardt. Nahezu alle Mitarbeiter der Früh- und Normalschicht hätten sich an dem Ausstand beteiligt. Die Produktion sei komplett lahmgelegt worden.

Seit Monaten wird bereits über Stellenabbau verhandelt. Die IG Metall beklagt, dass sich die Arbeitgeberseite bisher keinen Millimeter bewegt hätten. Deshalb müsse man jetzt zu anderen Mitteln greifen, "um den wirtschaftlichen Druck zu erhöhen", so Erhardt.

IG Metall fordert Sozialtarifvertrag

In diesem Zusammenhang hat die IG Metall die Forderung nach einem so genannten Sozialtarifvertrag gestellt. Damit soll der Abbau von Arbeitsplätzen möglichst teuer gemacht werden. Die IG Metall fordert die flächendeckende Qualifizierung während der Kurzarbeit. Insgesamt hat Federal Mogul am Standort Wiesbaden-Schierstein etwa 1600 Beschäftigte.

Die Geschäftsführung war im März vor dem Arbeitsgericht gescheitert, dass Massenentlassungen zum 1. April nicht zuließ. Der Wiesbadener Autozulieferer konnte nicht wie beabsichtigt schon zum 1. April jedem vierten Mitarbeiter kündigen.

Die Geschäftsleitung von Federal-Mogul hat nach eigenen Angaben "mit Verwunderung" den Streik zur Kenntnis genommen, da man sich gegenüber der IG Metall bereits zur kurzfristigen Aufnahme von Tarifsozialplanverhandlungen Anfang Mai bereit erklärt habe. man habe sich darauf verständigt, eine Einigungsstelle anzurufen, die am 27. April das erste Mal zusammen trete. Nach älteren Angaben hat sich der Umsatz seit dem vergangenen Sommer halbiert. Der Zulieferer leide wie die Branche unter der Krise der Automobilindustrie.

Datum:  21 | 4 | 2009
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