Wiesbaden
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16. Januar 2013

Filmfestival überall dabei: Eine Herzensangelegenheit

 Von Ute Fiedler
Einer der Filme erzählt aus dem Leben von Sexarbeiterin Rachel, die sich auf Kunden mit Behinderung spezialisiert hat und für deren Rechte kämpft.  Foto: Aktion Mensch

Es gibt Ärger in Wiesbaden für Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU), die ein Filmfestival über Inklusion nach Wiesbaden holt. Vor einem halben Jahr hatte sie aber das Aus für das Filmfestival Atlantis verkündet. Es war zu teuer.

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Es gibt Ärger in Wiesbaden für Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU), die ein Filmfestival über Inklusion nach Wiesbaden holt. Vor einem halben Jahr hatte sie aber das Aus für das Filmfestival Atlantis verkündet. Es war zu teuer.

Ein rauer Wind war Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) vor gut einem halben Jahr entgegengeweht, nachdem sie aus finanziellen Gründen das Aus für das Atlantis-Filmfestival, das Natur- und Umweltfilmereignis, verkündet hatte. Und die Emotionen kochten noch höher, als Scholz im selben Atemzug ankündigte, ein Filmfestival zum Thema Inklusion nach Wiesbaden zu holen.

Einfach ein Filmfestival absägen, um es durch ein neues zu ersetzen? Das sei unmöglich, ärgerten und ärgern sich die Kritiker. Hinzu komme, dass Inklusion eines der Schwerpunktthemen der Kultur- und Schuldezernentin sei, sagen sie hinter vorgehaltener Hand und unterstellen ihr ein abgekartetes Spiel.

Inklusion als Herzensangelegenheit

Scholz wehrt sich gegen solche Vorwürfe. „Inklusion ist mir sehr wohl eine Herzensangelegenheit. Aber das hat nichts mit der Veränderung bei Atlantis zu tun“, sagt sie. Scholz belegt ihr Agieren mit Zahlen. 50.000 Euro habe die Stadt jährlich für Atlantis zur Verfügung gestellt. Für das Inklusionsfilmfestival stünden lediglich 16.000 Euro bereit. Und als klar gewesen sei, dass gespart werden müsse, habe sie vor allem auch die Zuschauerzahlen verglichen. „Bei Exground und beim Fernsehkrimi-Festival kamen rund 1500 Zuschauer pro Tag, bei Atlantis waren es gerade einmal 400.“

Und die Kulturdezernentin wehrt sich weiter: Atlantis sei ja nicht verschwunden. „Es gab ein update. Die Filme werden immer noch gezeigt, nur der kostspielige Rahmen fiel weg.“

Doch warum holt sie gerade ein inklusives Filmfest nach Wiesbaden? Es war der Film „Ziemlich beste Freunde“, der Scholz dazu bewog, dieses Festival in der Landeshauptstadt zu veranstalten. In der Stadt, die ab dem 1. Februar offiziell zur Inklusions-Modellregion erklärt wird. „Der Film ist Inklusion pur“, schwärmt sie. Gezeigt wird er zwar nicht während des Festivals vom 14. bis 20. Februar im Caligari. Dafür einige andere, die gute Impulse geben werden, ist sich Scholz sicher.

Initiiert wurde das Festival „überall dabei“ von der Aktion Mensch. Es gastiert in 40 deutschen Städten – in diesem Jahr erstmals in Wiesbaden.

Ausstellung und Diskussionen

Die Auswahl der sechs gezeigten Filme hat die Aktion Mensch übernommen. Einen Zusatzfilm hat die Stadt ausgesucht, die auch für das Rahmenprogramm verantwortlich zeichnet: Es gibt unter anderem eine Ausstellung mit Bildern von Menschen mit geistiger Behinderung, Filmgespräche, Diskussionen und die Veranstaltung „Perspektivwechsel – alles inklusiv“, eine Art Markt der Möglichkeiten am Samstag und Sonntag im Rathaus. Dort stellen Vereine, Verbände und andere Institutionen sich und ihre Arbeit vor.

Scholz hofft, dass das Festival ein Erfolg wird und sich im Veranstaltungskalender der Stadt etabliert. Doch es kommt unter anderem auf die Besucherzahlen an. „Die werden wir uns ganz genau anschauen“, sagt Scholz. Bereits jetzt laufen im Caligari Filme mit diesem Schwerpunkt – im ganz normalen Programm, getreu dem Gedanken der Inklusion: niemanden auszugrenzen, sondern in die Gesellschaft zu integrieren.

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