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15. Januar 2013

Gema-Gebühren: Karnevalisten vergeht der Spaß

Der Gongschlag kostet bestimmt auch... Foto: Monika Müller

Die „Dacho“, die Dachorganisation der Wiesbadener Narren, wehrt sich gegen die hohen Gema-Gebühren für ihre Sitzungen. Zuerst soll ein runder Tisch für eine einige Strategie sorgen. Dann wird man sich überlegen, ob man für jeden Ton wirklich zahlen will.

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Wenn es um teure Musiknutzungsrechte geht, hört der Spaß auf. Selbst für die Dachorganisation des Wiesbadener Karnevals „Dacho“, die pünktlich zur heißen Phase gegen die Gema mobil macht. Nicht ohne Grund, zahlen die beteiligten Vereine doch eigenen Angaben zufolge bei jeder Veranstaltung Unsummen für Musikrechte. „Das geht in die Tausende“, verkündet Norbert Erb vom „Dacho“-Vorstand. Für den kommenden Donnerstag hat der Verband die Gema deshalb zu einem runden Tisch eingeladen. Die Richtung ist klar: „Wir fordern eine Gebührenermäßigung für Großveranstaltungen.“

Bei ihrem Angriff auf die Gema stehen die Jecken keineswegs allein da: Die Wiesbaden Marketing Gesellschaft, das Kurhaus sowie verschiedene Vereinsvorstände sind ebenfalls beim runden Tisch vertreten. „Die Vereine sind durch die neue Gebührenstruktur bedroht“, weiß Erb. Für die sei es erheblich teurer geworden, Veranstaltungen über die Bühne zu bringen. „Wenn das so weitergeht, wird sich manch einer überlegen, ob er sich das überhaupt noch leisten kann.“

Jede Kapelle muss zahlen

Ein Beispiel: Beim Auftakt der aktuellen Karnevalssaison im November vergangenen Jahres war der Saal mit 400 Besuchern ausverkauft, allein 80 Eintrittskarten seien für die Gema-Gebühren draufgegangen. „Das waren 20 Prozent unserer Einnahmen“, verdeutlicht Norbert Erb. Jetzt, wo der Februar naht, häufen sich zudem die Karnevalsveranstaltungen. „Wir sind ja insgesamt froh, wenn wir bei den Veranstaltungen bei Null rauskommen. Die Gema-Gebühren belasten uns noch zusätzlich.“

Doch wie hoch sind die Gebühren eigentlich? Eine Tarifübersicht der Gema gibt Auskunft: Bemessungsgrundlagen sind die Größe des Veranstaltungsraumes sowie die Höhe des Eintritts. Eine Faschingssitzung mit 20 Euro teuren Karten in einem 2000 Quadratmeter großen Saal, in dem mehrere Bands gecoverte Unterhaltungsmusik darbieten, kostet beispielsweise 1180 Euro.

Die große „Dacho“-Prunksitzung im Kurhaus am kommenden Sonntag dürfte hingegen deutlich teurer ausfallen. Und beim Umzug am Fastnachtssonntag muss jede mitwirkende Kapelle 26,30 Euro und jeder Spielmannszug 13,20 Euro blechen.

Was angemessen wäre, vermögen die Beteiligten der Initiative nicht zu sagen. Und so geht die „Dacho“ auch ohne konkrete Forderung in die Verhandlungen. „Ich erwarte nicht, dass die Gegenseite den Preis halbiert“, sagt Erb. „Aber es sollte klar werden, was hohe Gebühren für das Veranstaltungsangebot in der Öffentlichkeit bedeuten.“ (babe.)

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