Seit Neuestem läuft ein Wunschprogramm rund um die Uhr. Zu empfangen ist es nur über Fernsehgeräte, die in den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) stehen. Auf Kanal 3 sendet „Radio Klinikfunk“, das seit 25 Jahren ehrenamtlich von dem gleichnamigen Verein betrieben wird.
80 Mitglieder hat der Verein, die mit ihren Jahresbeitrag von 30 Euro den finanziellen Grundstock legen, der durch Spenden aufgestockt wird. Auch die Musikträger sind von den Mitgliedern gespendet. Gesendet wird aus einem Container-Studio auf dem Dach der HSK – Wunschmusik für die Patienten, Neues und Interessantes aus Wiesbaden. Denn der Slogan des Klinikfunks heißt „So klingt Wiesbaden“. Im Februar vor 25 Jahren ging der Klinikfunk auf Sendung. Er ist das einzige Patientenradio in Wiesbaden geblieben. An dem Gründungs-Credo „Musik hilft heilen“ hat sich bis heute nichts geändert.
Gründer war Hans-Gero von Gersdorff, heute Ehrenvorsitzender des Trägervereins. Derzeit ist der 30-jährige Jakobus „Jack“ Schneider Chef. Mit dem Jubiläumsfest am heutigen Mittwoch sollen auch die modernisierten Studio- und Redaktionsräume in Betrieb genommen werden. Mit dabei auch Wiesbadens Ex-Oberbürgermeister Achim Exner (SPD) und Klinikdezernent Detlev Bendel (CDU). Der damalige OB sprach die ersten Worte live zum Start in die Krankenhauszimmer.
Ein ganz normales Radio ist der kleine Sender mit seinen Hörern in den Krankenhausbetten nicht. „Wir verbreiten positive Grundstimmung“, sagt Micha Spannaus, bei „Radio Klinikfunk“ für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Wortbeiträge und Songs, die sich mit Krankheit und Tod auseinandersetzen, stehen auf dem internen Tabu-Sende-Index. „Unvorstellbar“, sagt Spannaus, „dass ein Titel wie ,I’m just died in your arms to night’ ausgestrahlt wird“. Nein, die Wunschmusik soll auch Wohlfühl-Therapie sein. Und so senden sie ein Musikprogramm-Mix nach Wunsch – zwischen Heino, Rock und Klassik. „Aber nicht zu rockig und fetzig.“ Denn Ziel sei es schließlich, „die Patienten von ihrer Krankheit und dem Krankenhausaufenthalt abzulenken und ihnen mit ihrer Lieblingsmusik zu einer schnelleren Genesung zu verhelfen“, so Spannaus. Manchmal sitzen auch junge Talente am Mikro, die den Klinikfunk als praktische Erprobung auf dem Weg in eine Medienkarriere verstehen.
Lieblingstitel in 25 Jahren Klinikfunk? Die Ehrenamtlichen führen keine Statistik. Aber Vereinsvorsitzender Schneider kann auf einen Bestand von 50 000 Platten und CDs verweisen. Das Studio wurde auf den neuesten Stand gebracht. Denn die Patienten wollen weiter „ihren“ Klinikfunk hören.
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