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07. Dezember 2012

Heizpilze Grüne: Heizpilze erhitzen die Gemüter

 Von Gesa Fritz

Die Wiesbadener Grünen fordern ein Verbot der klimaschädlichen Heizstrahler im Freien. Sie scheitern jedoch mit ihrem Vorstoß im Umweltausschuss des Stadtparlaments.

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Jetzt, wo draußen die Temperaturen und die Schneeflocken fallen, erregen wieder einmal die Heizpilze die Gemüter von Umweltschützern und Gastronomen in Wiesbaden.
Die Grünen haben diese Woche im Umweltausschuss den Antrag eingebracht, die gas- oder elektrobetriebenen Heizstrahler in der hessischen Landeshauptstadt zu verbieten. Der Vorstoß wurde im Umweltausschuss mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition sowie von Linken und Piraten abgelehnt.

Die Grünen argumentieren damit, dass die in der Außengastronomie gerne verwendeten Wärmequellen äußerst klimaschädlich seien. Umweltexperten zufolge soll ein Heizpilz pro Stunde rund drei Kilogramm CO2 ausstoßen. Dies entspräche der Menge, die ein Kleinwagen während einer 25 Kilometer langen Fahrt ausstößt. Mit der Energiemenge, die für den Betrieb in einer Saison nötig sei, könnten demnach vier gut gedämmte Wohnungen einen Winter lang geheizt werden.

Raucher freuen sich über beheizte Stehtische

2007 waren die Wiesbadener Grünen schon einmal mit einem Vorstoß gegen die Heizpilze gescheitert. Für völlig unverzichtbar hält dagegen die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Wiesbaden (MIT) die Freiluftheizungen. „Wir können nicht mit Ökofundamentalismus den Gastronomen die Existenzgrundlage entziehen“, sagt MIT-Vorsitzender Reinhard Völkel.

Vor allem seit die Raucher wegen des Nichtraucherschutzgesetzes aus den Kneipen verbannt wurden, bieten immer mehr Wirte neben Wolldecken auch Heizpilze für den Aufenthalt im Außenbereich an. „Das Rauchverbot hat bereits viele Restaurants und Kneipen hart getroffen“, argumentiert Völkel weiter. „Wenn wir jetzt noch die Heizpilze verbieten, können viele Betriebe dicht machen.“ Auch auf dem Sternschnuppenmarkt sind jene Stehtische die beliebtesten, die von den wärmenden Strahlern gekrönt sind.

Ein Verbot der Heizpilze sei rein rechtlich nur im öffentlichen Raum möglich, erklärt Umweltdezernent Arno Gossmann (SPD). Auf ihren eigenen Grundstücken dürfen Gastronomen unabhängig davon weiterhin Heizpilze aufstellen.

Stuttgart und Nürnberg haben derartige Verbote für den öffentlichen Raum umgesetzt. „Das wäre auch in Wiesbaden ein Beitrag zur Entlastung der Umwelt“, sagte Gossmann gegenüber der FR. Allerdings verstehe er auch die Gastwirte. „Dass es die Heizpilze hier weiter gibt, ist nun mal eine politische Entscheidung“, sagte der Umweltdezernent. Er würde sich wünschen, dass insgesamt mehr auf den CO2-Ausstoß geachtet würde.

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