Wer trägt das schönste Kleid? Und wer stolpert vielleicht über den roten Teppich? Über diese und andere Sachen sprachen am Samstag die Zuschauer vor der Rhein-Main-Halle - und zu sehen gab es da eine ganze Menge. 1800 Gäste kamen am Samstag zur größten Benefizveranstaltung Europas in die Wiesbadener Rhein-Main-Hallen.
Was dagegen kaum jemand weiß, aber vor lauter Glamour nicht untergehen soll: Beim Ball des Sports waren über 1000 Helfer im Einsatz, vom Koch bis zum Garderobenhelfer: lauter "unsichtbare" Rädchen im Getriebe, die aber zusammen das Uhrwerk ausmachen, ohne das die Zeiger stillstehen würden. Die FR hat einige dieser unverzichtbaren Personen während des Abends begleitet:
Peter, der Sicherheitsmann
18 Uhr, roter Teppich. Es ist die Sternstunde aller Fotographen: Soeben betritt Ralf Schumacher die Rhein-Main-Hallen und wird von Franziska von Almsick überschwänglich begrüßt. In diesem Moment muss Peter hochkonzentriert sein. Der erfahrene Sicherheitsmann steht auf seinem Posten am roten Teppich und sorgt dafür, dass kein übereifriger Journalist die Absperrung durchdringt. Peter behält trotz der tumultartigen Szenen die Ruhe. "Der Job macht Spaß, ist aber ziemlich anstrengend", sagt er. Kein Wunder - sein Dienst wird die ganze Nacht dauern. Eines steht jedoch fest: Mit den Promis tauschen möchte Peter nicht. "Sehen Sie sich das Theater an: Da hätte ich ja überhaupt keine Privatsphäre", sagt er.
Anja, die Servicekraft
20 Uhr, Ballsaal. Die Vorspeise wird serviert: Es gibt ein Tartar von gebeiztem Saibling und Avocado auf gelbem Rettich-Carpaccio, verfeinert mit Limonen-Creme-Fraîche und Kaviar. Anja Vogel balanciert die Teller durch die gefüllten Reihen. Was wie normales Kellnern aussieht, ist bei 1800 Gästen eine wahre Kunst: Die Arbeit läuft nach einem einstudierten Schema, die Bedienwege der rund 70 Servicekräfte sind genau festgelegt. "Es ist gibt sogar einen Dirigenten, der dafür sorgt, dass die Choreografie stimmt", sagt Anja. Denkbare Pannen gibt es da viele. "Der Super-Gau wäre, wenn ich das Rotweinglas über dem Abendkleid eines Gastes auskippen würde." Beim Kellnern in solch elitä-ren Kreisen ist ansonsten vor allem eines wichtig: "Man muss sehr, sehr geduldig" sein - "auch wenn Gäste nerven", sagt die 31-jährige.
Holger, der Hallenchef
22 Uhr, Ballsaal. Holger Syhre beobachtet von seinem Platz auf der Empore, wie Sporthilfe-Chef Wer-ner Klatten und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries den Ball eröffnen. Der Rhein-Main-Hallen- Geschäftsführer ist heute in seinem eigenen Zuhause nur Zaungast. "Mein Job ist es, ein guter Gastgeber zu sein", sagt Holger Syhre. "Da muss ich vor allem den Überblick behalten und darauf achten, dass alles seinen gewohnten Gang nimmt." Syhre ist darauf eingestellt, jederzeit die Kohlen aus dem Feuer zu holen. "Wenn beispielsweise irgendwo ein Blumenkübel umkippt, lege ich sofort Hand an", trotz seines perfekt sitzenden Smokings. Denn der Geschäftsführer möchte seine Rhein-Main-Hallen auch für kommende Jahre im Gespräch halten: Wo der Ball 2010 stattfindet, ist noch nicht entschieden. Der Vertrag mit den Rhein-Main-Hallen ist ausgelaufen und noch nicht verlängert worden.
Claus vom Sportparcours
23 Uhr, Erlebniswelten. Im Kopfhörer von Claus Sauer knistert es. "Der Steinmeier kommt", so die knappe Meldung. Im nächsten Moment kommt der Außenminister auch schon mitsamt seinem Gefolge angerauscht. Claus Sauer führt die Gruppe durch den von ihm betreuten Sportparcours: Hier können Laien mit Profis unter anderem in den Boxring steigen oder eine Runde Golf spielen. Bei der Konzeption des Parcours brauchte der 46-Jährige jede Menge Fingerspitzengefühl: "Die Auswahl der Sportarten ist gar nicht so leicht. Die Damen sollen nach Möglichkeit auch in Stöckelschuhen teilnehmen können - und die Herren im Smoking nicht durchschwitzen."
Uwe, der Fröstelnde
24 Uhr, vorm Eingang. Soeben hat Xavier Naidoo die Mitternachtsshow eröffnet. Die Klänge dringen bis in die kalte Nacht. Uwe steht auf der anderen Straßenseite und wartet auf die ersten Promis, die den Ball verlassen. "Na, die scheinen ihren Spaß zu haben", meint er fröstelnd. Warum auch er unverzichtbarer Bestandteil der Gala-Veranstaltung ist? Ganz einfach: Ohne Öffentlichkeit keine Sponsoren - und ohne Sponsoren kein Ball des Sports.
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