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03. Dezember 2012

HSK Wiesbaden: Beschleunigter Stellenabbau an HSK

Bis zu 300 Beschäftigte an den Horst-Schmidt-Kliniken sollen bis zum Jahresende gehen. Foto: Renate Hoyer

An den Horst-Schmidt-Kliniken werden bis zum Jahresende Stellen gestrichen. Verdi und Betriebsrat lehnen eine Erhöhung der Abfindungen ab. Die sind Thema bei einer Betriebsversammlung.

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Die Rhön-Klinikum AG will bis Jahresende den Stellenabbau an den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) forcieren. Bis Weihnachten sollen deshalb die Abfindungsangebote für freiwillig ausscheidende Mitarbeiter erhöht werden. Dazu gibt es am Montag, 3. Dezember, in den HSK eine außerordentliche Betriebsversammlung. Die Einladung liegt der FR vor. Die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat lehnen diese „Turboabfindungsprämien“ indes ab.

„Wir raten den HSK-Betriebsräten, einer Erhöhung der Fluktuationsanreize nicht zuzustimmen“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Andreas König, der auch bei der Betriebsversammlung reden wird. Denn damit würde nur noch stärker der Stellenabbau im öffentlichen Dienst und der Ersatz durch schlecht bezahlte Leiharbeiter unterstützt.

Viele Zeitverträge

Rhön wolle allein zum Jahresende „mindestens 300 Beschäftigte los werden, vor allem bei der Tochtergesellschaft HSK-Service“, sagt König. Etwa die Hälfte der rund 500 Service-Mitarbeiter, die in der Küche, im internen Krankentransport und für die Reinigung eingesetzt werden, habe laut König Zeitverträge. Aber die andere Hälfte sei unbefristet nach öffentlichem Tarif angestellt. „Auf die hat man es abgesehen, weil sie mehr kosten als Angestellte von Privatfirmen“, sagt König. Seitdem Rhön im April das Sagen in den HSK übernommen hat, habe sich die Zahl der Leiharbeiter verdoppelt.

Rhön konnte am Freitag „aufgrund der Urlaubs- und Terminlage“ keine Stellungnahme abgeben, wie ein Sprecher mitteilte.

Der börsennotierte Konzern hat 49 Prozent der HSK-Anteile von der Stadt gekauft und will das defizitäre Haus wieder in die Gewinnzone bringen. Für Verdi-Sekretär König ist das aber kein Freifahrtsschein: „Mit den Horst-Schmidt-Kliniken hat Rhön auch die soziale Verantwortung für die Beschäftigten übernommen.“

Sozialfonds

Mit dem Kauf der HSK-Anteile hat sich Rhön verpflichtet, bis 2015 einen Sozialfonds mit 3,5 Millionen Euro pro Jahr auszustatten. Die Berechnungsformel für die Abfindungen wurde mit dem Betriebsrat abgestimmt. Reste des Sozialfonds dürfen jedoch nicht ins nächste Jahr übertragen werden, sagt Verdi-Mann König, sondern müssen zur „Fortentwicklung des Unternehmens“ verwendet werden. Sollte der Betriebsrat der beabsichtigten Erhöhung der Abfindungen nicht zustimmen, müsste Rhön bei den bisherigen Vereinbarungen bleiben oder die zusätzlichen Gelder aus eigener Tasche bezahlen.

Auf der Betriebsversammlung werden auch die Betriebsräte der HSK-Kliniken und der HSK-Service sowie der von Rhön bestellte HSK-Geschäftsführer Parwis Fotuhi sprechen.

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