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11. Dezember 2012

Humboldt-Schule: Kinder filmen, Profis spielen

 Von Jana Kinne

Schüler der Humboldt-Schule drehen die Liebeskomödie "Phone Love". Sie planen, stehen hinter der Kamera und führen Regie - und Wiesbadener Schauspieler unterstützen das Projekt ehrenamtlich und lassen sich gerne vom jungen Filmstab etwas sagen.

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Hochkonzentriert sitzt David Plano hinter zwei Monitoren und überwacht den Dreh von „Phone Love“. „Kamera eins bereit, Kamera zwei bereit?“, fragt der 16-Jährige mit ernster Miene. Drehbuchautor und Aufnahmeleiter ist Plano bei dem Film, der von der Video-AG der Humboldt-Schule gedreht wird.

Seit einem Jahr schon arbeitet die AG an ihrem Filmprojekt, das sie auch bei den Leonardo-Awards der Stadt Wiesbaden im nächsten Jahr ins Rennen schicken will.

Schüler zwischen zehn und 18 Jahren sind es, die planen, hinter der Kamera stehen und Regie führen – alles ganz selbstständig. „Ich versuche mich möglichst zurückzunehmen“, erklärt Detlef Döring, Lehrer und Leiter der Video-AG.

So entscheiden Plano und die anderen Schüler, ob eine Szene noch einmal gedreht werden muss und was sie ändern wollen. Dreimal muss Micky Jukovic in die Tomate beißen, bis der Saft so richtig auf sein weißes Hemd spritzt, und Regisseur und Produzent zufrieden sind.
Jukovic spielt gemeinsam mit Angela Petermann die Hauptrollen in dem Schülerfilm. Die Wiesbadener Schauspieler unterstützen das Projekt ehrenamtlich und lassen sich gerne vom jungen Filmstab etwas sagen. „Die Kinder sind direkter und sehr ehrlich, das hilft“, sagt Petermann. Auf einer Filmplattform im Netz haben die Schüler die Schauspieler gefunden. „Wir hatten so viele Freiwillige, dass wir ein Casting veranstaltet haben“, erzählt Döring.

Eine 15-minütige Liebeskomödie ist es, die die Schüler drehen: Ein junger Mann, der sich in der Vorweihnachtszeit als Nikolaus verkleidet, um kleine Geschenke im Kaufhaus zu stehlen, verliebt sich in eine ältere Telefonseelsorgerin, die ihn davon abbringen will, zu stehlen. Eigentlich keine Geschichte, die in die Lebenswelt der Schüler passt.

„Es ist ein Experiment“, sagt Lehrer Döring, der gemeinsam mit David Plano das Drehbuch schrieb. „Es geht um die Zuneigung zwischen zwei Menschen, da können sich auch die Schüler einfinden“, glaubt Hauptdarstellerin Petermann.
In nur drei Drehtagen versucht die bunt gemischte Crew das Projekt auf die Beine zu stellen. Das ganze Wochenende lang wurde von morgens bis abends gedreht und auch am Montag zählt am Set jede Minute.

„Es ist anstrengend, aber auch sehr spannend“, sagt David Plano über den Dreh. Der erste Tag sei der chaotischste gewesen, nun liefe es besser. „Wir haben einen enormen Zeitdruck, aber so lernen die Kinder konzentriert zu arbeiten“, sagt Döring. Und tatsächlich ertönt kein Mucks, als die Kinder die Szene drehen, in der die Hauptfigur Jan Trauermoos das erste Mal Kontakt zur Telefonseelsorge sucht. Vier Versuche braucht es, dann ist die Szene im Kasten.

Auch schneiden werden die Schüler den Film selbst. Viel Zeit dafür haben sie nicht: Am zweiten Februar schon soll „Phone Love“ Premiere feiern. Danach wollen die Schüler ihren Spielfilm bei verschiedenen Festivals einreichen.

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