Wiesbaden gehört zu den vier Städten in Deutschland, wo die Boklok-Reihenhäuser zuerst zu haben sein werden. "Das ist hundertprozentig", sagt Sabine Nold, Pressesprecherin von Ikea Deutschland. Wo genau die Fertighausbauten entstehen, wenn Käufer gefunden sind, will die Sprecherin noch nicht verraten.
Auch, wie viele der insgesamt 60 Reihenhäuser in Wiesbaden gebaut werden, bleibt ihr Geheimnis. Das alles erführen Interessierte am 3. März, bei der Eröffnung des ersten Musterhauses auf dem Ikea-Parkplatz in Wallau.
Nur eines lässt Nold schon mal raus: Die ersten Grundstücke für die Clever-Wohnen-Idee in Wiesbaden habe nicht die Stadt zur Verfügung gestellt. Den Baugrund für die Fertigreihenhäuser habe der Schlüchterner Holzfertigbauer und Lizenznehmer Bien-Zenker vielmehr aus privater Hand akquiriert. Die Grundstücke lägen nicht im Innenstadtbereich.
Damit dementiert Nold Zeitungsberichte, dass für die Ikea Boklok-Häuser Grundstücke im Künstlerviertel im Gespräch seien.
Dagegen verwehrt sich auch Dietrich Schwarz, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG. Im Künstlerviertel würden auf keinen Fall Ikea-Häuser entstehen. "Wir verkaufen keine weiteren Grundstücke an Bien-Zenker." Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) hat zwar Interesse, dass preisgünstiger Wohnraum für Familien geschaffen wird: "Aber das ist an keine Marke gebunden."
Tatsächlich dürften die Zeichen für Verhandlungen zwischen Stadt und Bien-Zenker derzeit nicht so gut stehen. Der Fertighausbauer ist Bauträger der 16 Reihenhäuser im Künstlerviertel, deren Bau im Vorjahr gestoppt werden musste, weil der Verwaltungsgerichtshof Kassel den Bebauungsplan der Stadt gekippt hatte. Die Reihenhäuser stünden zu nah an einer Holzfirma, die die Stadt zu Unrecht überplant habe.
Noch ist unklar, ob Stadt und Fertighausbauer einen einvernehmlichen Weg aus dem Baudebakel finden. Stadtentwicklungsdezernent Joachim Pös (FPD) will Bien-Zenker in Haftung nehmen, wenn der Holzhändler nicht wegzieht, hat er bereits angekündigt. Bien-Zenker will Schadenersatz von der Stadt fordern, da der B-Plan fehlerhaft war. (sab )
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