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27. April 2014

Inklusionshaus an der Welfenstraße: Alle unter einem Dach

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Bereits seit März wird an der Welfenstraße gebaut.  Foto: Michael Schick

Der Verein IFB baut an der Welfenstraße ein Inklusionshaus. Um ein Wohnungsprojekt für Menschen mit Handicap in Georgenborn zu realisieren, musste der Verein einen Teil der eingerichteten Appartements verkaufen.

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Alle reden von Inklusion, doch nur wenige raffen sich dazu auf, Projekte für Menschen mit und ohne Handicap umzusetzen. Der Wiesbadener Verein IFB, Inklusion durch Förderung und Betreuung, setzt sich seit Jahren für ein gemeinsames Miteinander ein. Und baut in Wiesbaden derzeit an der Welfenstraße ein sogenanntes Inklusionshaus.

Laut Wolfgang Groh, Geschäftsführender Vorsitzender der IFB-Stiftung, war es ein Zufall, der ihn auf die Idee brachte, ein solches Haus zu errichten. Um ein Wohnungsprojekt für Menschen mit Handicap in Georgenborn zu realisieren, musste der Verein einen Teil der eingerichteten Appartements verkaufen. Käufer waren Menschen ohne Behinderung. Ein Inklusionshaus war entstanden.

Das Zusammenleben funktioniert in dem Ortsteil der Gemeinde Schlangenbad so gut, dass Groh überlegte, das Konzept auch in Wiesbaden umzusetzen. So kaufte der Verein das Grundstück vor der Kita Känguru an der Welfenstraße samt dem Gebäude, in dem bis 2009 ein Teil der Abteilung Sozialhilfe und Flüchtlingswesen des Amts für Soziale Arbeit untergebracht war. Auf dem Gelände wollte die Stadt laut Groh ursprünglich eine weitere Kita bauen, doch es habe keinen Bedarf gegeben. So erhielt der IFB schließlich für einen geringen Betrag den Zuschlag – unter der Voraussetzung, dort ein soziales Projekt umzusetzen.

Im März haben die Arbeiten an der Welfenstraße begonnen. Das Gebäude wird derzeit entkernt, damit es später aufgestockt werden kann. Im Erdgeschoss soll eine Gaststätte eingerichtet werden, in der Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten können. Sie wird mittags geöffnet sein. Im ersten und im zweiten Stockwerk sollen 30 bis 60 Quadratmeter große Wohneinheiten entstehen – zwölf barrierefreie, vier normale. Diese werden laut Groh über den IFB für acht bis elf Euro pro Quadratmeter vermietet.

Wohnungen für Studenten

Über die Mieteinnahmen will der Verein das Darlehen zurückzahlen, das er für die Finanzierung des Vorhabens aufgenommen hat. Einen Zuschuss habe man nicht beantragt, denn sonst hätten die Wohnungen ausschließlich an Menschen mit Behinderung vergeben werden müssen. „Solche Gesetzmäßigkeiten machen die Umsetzung des Inklusionsgedanken schwer“, bedauert Groh.

Der Verein zielt darauf, etwa die Hälfte der Appartements an Menschen mit Handicap zu vermieten. In die restlichen Wohnungen können sich Studenten, Rentner und „alle, die sich dafür interessieren“ einmieten. In Georgenborn leben in 40 Prozent der Wohnungen Menschen mit, in 60 Prozent Menschen ohne Handicap. „In Wiesbaden könnte ich mir ein umgekehrtes Verhältnis vorstellen.“

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Ziel des Vereins ist es, an der Welfenstraße eine Wohnform zu ermöglichen, die es bislang bundesweit, abgesehen von Mehrgenerationenhäusern, kaum gibt. Man werde ausprobieren, was an dieser Stelle möglich sei. Vieles sei denkbar, sagt Groh, der sich wünscht, dass die Wohnungen auch das Interesse von Studenten wecken. „So könnten die jungen Leute die Menschen mit Handicap unterstützen, beispielsweise als Assistenzkräfte, und sich zu ihrem Studium etwas dazu verdienen.“

Groh ist stolz auf das Projekt, das bislang einmalig in Wiesbaden ist. Und er könnte sich vorstellen, dieses noch weiter auszubauen. „Leider können wir an der Welfenstraße keine Wohnungen für Familien anbieten, dafür war kein Platz da“, erklärt er. Das sei jedoch ein Projekt für die Zukunft, sagt er und verweist auf die Flächen, die die Stadt von den Amerikanern zurückkaufen will. „Wenn die Stadt dort nicht aufs Geld schauen würde, wäre dort gut etwas machbar.“

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